Ein Tröpfchen auf den sehr heissen Stein
Von René Donzé. Aktualisiert am 10.12.2010 18 Kommentare
Eines ist klar: Die zusätzliche Gebühr von tausend Franken pro Jahr für ausländische Studenten, die der Zürcher Regierungsrat einfordern will, löst kein Problem. Rund zwei bis vier Millionen Franken mehr fliessen damit in ein Bildungssystem, das jedes Jahr über eine Milliarde Franken kostet. Das ist höchstens ein Tröpfchen auf einen sehr heissen Stein. Damit werden nicht einmal ansatzweise die zusätzlichen Kosten gedeckt, die durch die sogenannten Bildungsausländer entstehen. Und damit lassen sich keine grösseren Hörsäle für die wachsende Studentenschaft bauen.
Aber auch ein zweites mögliches Ziel verfehlt die Gebühr. Sie wird kaum einen Ausländer davon abhalten, in Zürich zu studieren – zumal sie bloss für Bachelorstudenten gilt und in Härtefällen auch erlassen werden kann. Die Regierung hat da die Hürde sehr tief angesetzt.
Das grundlegende Problem bleibt damit ohnehin ungelöst. Wie will Zürich mit den steigenden Studentenzahlen – notabene auch aus der Schweiz – umgehen? Kann und will sich der Kanton ein derart offenes Bildungssystem leisten? Wer trägt diese Kosten? Diese Fragen beantwortet der Regierungsrat nicht. Stattdessen verschanzt er sich hinter internationalen Abkommen und der pauschalen Aussage, dass die Internationalität der Hochschulen wichtig sei für die Schweiz. Daran zweifelt auch gar niemand. Das muss aber nicht heissen, dass wir für Krethi und Plethi Studienplätze finanzieren müssen.
Die Schweiz kann nicht Bildungsplatz für halb Europa sein. Auch ausländische Hochschulen kennen Zulassungsbeschränkungen und strengere Aufnahmekriterien. Einen guten Lösungsansatz hat der ETH-Rat gewählt. Er liebäugelt mit Aufnahmeprüfungen oder Bewerbungsverfahren für Masterstudenten. Eine solche Selektion bringt zwar kein Geld, aber massive Einsparungen und eine bessere Hochschule mit fähigeren Studenten. Klasse statt Masse eben.
Darüber hinaus muss auf nationaler Ebene die Diskussion darüber geführt werden, wie das Ungleichgewicht abgegolten werden kann zwischen den 40'000 ausländischen Studenten in der Schweiz und den 6500 Schweizern an ausländischen Hochschulen.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 09.12.2010, 23:23 Uhr
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Ich habe Maschinenbau studiert an der ETH. Wir hatten um die 15% Deutsche bei uns im Studiengang. Viele von Ihnen arbeiten jetzt hier in der Schweiz (mit einer hervorragenden Ausbildung) oder haben sogar eigene Firmen gegruendet (und kreieren Arbeitsplaetze). Das ist ein Gewinn fuer die Wirtschaft in der Schweiz - somit lohnen sich die Investitionen in die Ausbildung von Auslaendern allemal Antworten
Zuerst ist hier anzumerken, dass die Problematik der zuvielen Ausländer eine relativ begrenzte Anzahl von Studiengängen betrifft. So ist die ETH generell bestimmt nicht überfüll, in vielen techn. und mathematischen Vorlesungen gibt es kaum eine Handvoll Studenten. Weiter kennt die ETH für viele Masterstudiengänge ein Selektionsverfahren, das gilt hier für die spezialisierten Masterstudiengänge. Antworten




