Meinung

Weihnachtsbeleuchtung: «Zurück im Geschäft»

Von Jürg Rohrer. Aktualisiert am 26.11.2010 109 Kommentare

Jürg Rohrer.

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Verbreitet «Lucy» die passende Stimmung an der Bahnhofstrasse?





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Nach fünf Jahren kalten Neonröhren hat die Bahnhofstrasse wieder eine Weihnachtsbeleuchtung, die den Erwartungen entspricht. «Lucy» funkelt und blinkt mit ihren 23'000 Lämpchen wie frischer Schnee in der Märzsonne. Sie weckt auch deshalb Freude, weil sie an den «Baldachin» von 1971 erinnert – die klassische, berühmte Zürcher Weihnachtsbeleuchtung mit ihren weissen Girlanden. «Lucy» ist die zeitgemässe Version davon: bunt und bewegt wie das moderne, elektronisierte Leben.

Weiss der Himmel, was die Gewerbler und Dienstleister von der Bahnhofstrasse überkam, als sie den «Baldachin» mit dem «World’s Largest Timepiece» ersetzten – sie, die noch nie auf Avantgarde gesetzt hatten, sondern auf Teddybären und Plastikkühe. Die grellen Röhren waren Avantgarde, aber keine Weihnachtsbeleuchtung. Weihnachtslicht muss nach allgemeinem Empfinden weich und gemütlich sein.

Im Advent sind die Erwartungen gnadenlos fix; Weihnachten erträgt keine Experimente. «Lucy» enttäuscht diese Erwartungen nicht, sie wird den Allermeisten gefallen. Womit sich die Investition von 2,5 Millionen Franken für die Geschäftsvereinigung Bahnhofstrasse bereits gelohnt hat. Denn die Beleuchtung ist ja kein Selbstzweck, sondern soll Kundschaft anlocken und nicht flächendeckendes Unverständnis wecken wie die Neonröhren. Mit «Lucy» ist die Vereinigung Bahnhofstrasse jetzt zurück im Geschäft.

Was halten Sie von der neuen Beleuchtung? Geben Sie ihre Stimme ab und schreiben Sie Ihren Kommentar in der Spalte unten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.11.2010, 07:46 Uhr

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109 Kommentare

Peter Brunner

26.11.2010, 16:41 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Leute: Feste und Feste feiern sind immer Energieverschwendung, aber dafür erfreuen sie uns und wärmen unser Herz. Die neue Beleuchtung zeigt: Zürcher haben immer noch Zwinglianische Prioritäten: bloss nicht festen, bloss nichts tun für die Freude. Ein guter Zürcher kasteit sich selbst mit totem Licht und fragt sich dann, wieso er depressiv wird. Tod der LED! Back to the 70ties! Pro Glühlampen! Antworten


Gianni Berger

25.11.2010, 18:06 Uhr
Melden

Weiss nicht, ob das - ausser für Rolf Knie u.Ä. - ein wirklich relevantes Thema ist. Antworten