Aeppli hat Chance verpasst
Von Daniel Schneebeli. Aktualisiert am 03.11.2010 3 Kommentare
Daniel Schneebeli
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Seit über 40 Jahren ist die Weiterentwicklung der Sekundarschule im Kanton Zürich durch die Frage blockiert, ob die schwachen Schüler in C-Klassen unter sich bleiben sollen oder ob sie besser in B- oder sogar A-Klassen integriert werden sollten. Seit gestern ist nun klar: Diese Frage wird die Schulentwicklung weiterhin blockieren.
Verantwortlich dafür ist Regine Aeppli (SP). Als Bildungsdirektorin undPräsidentin des Bildungsrats hat sie dafür gesorgt, dass die Strukturen der Sekundarschule nicht geändert und die C-Klassen beibehalten werden. Diesen Entscheid hat sie wider besseres Wissen gefällt. Denn die wissenschaftlichen Befunde, auf die sie sich gerne beruft, sind eindeutig: Schwache Schüler sind besonders benachteiligt, wenn sie in spezielle Klassen abgeschoben werden. Und Aeppli hat ihren Entscheid wohl auch gegen ihre Überzeugung gefällt. Vor anderthalb Jahren hat sie gesagt, sie wolle keine «Restschulen» mehr.
Nun bleiben die «Restschulen». Es sei nicht anders möglich gewesen, sagt Aeppli. Die Lehrpersonen hätten sonst nicht mehr konstruktiv mitgearbeitet. Man kann jetzt sagen, die Bildungsdirektorin habe ein feines Gespür für das Machbare. Aber sie hat damit vor allem ihre Machtlosigkeit eingestanden. Sie hat kapituliert vor dem konservativen Teil der Lehrerschaft. «Wenn die C-Klassen abgeschafft werden, verweigern wir den Dialog», das war deren Bedingung gewesen. Man könnte es auch Erpressung nennen. Immerhin ist Regine Aeppli zugutezuhalten, dass ihre Vorgänger Ernst Buschor und Alfred Gilgen den Mut zur Abschaffung der C-Klassen auch nicht hatten. Doch das ist ein schwacher Trost. Aus dem Projekt «Chance Sek» ist eine verpasste Chance geworden.
Vielleicht hat der Rückzieher wenigstens für Aeppli selber einen positiven Effekt. So kurz vor den Wahlen kann es gefährlich sein, die Lehrerschaft gegen sich aufzubringen. Das hat AepplisEx-Amtskollege aus dem Aargau, Rainer Huber (CVP), schmerzlich erfahren müssen. Huber hat mit seiner Schulreform, dem «Bildungskleeblatt», insbesondere die Lehrerschaft gegen sich aufgebracht und ist prompt abgewählt worden. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 02.11.2010, 22:13 Uhr
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Seit über 16 Jahren unterrichte ich voll an B- und C-Klassen. Die sogenannte Integration hat mir gebracht, dass meine KleinklässlerInnen 1 oder höchstens 2 Lektionen pro Woche durch einen Heilpädagogen unterstützt werden. Sie verstehen bereits in meiner C-Klasse wenig und können dem Tempo in ihren B-Wahlfächern kaum oder gar nicht folgen. Das ist Ausgrenzung, diese tägliche Konfrontation. Antworten
Herr Schneebeli, unterrichten Sie eine B/C-Algebrastunde, 9. Klasse, niveaudurchmischt. Sie werden alle Eltern verstehen, die ihre Kinder mit höherem Niveau aus der Klasse nehmen möchten. Durch diese Unkonzentriertheit verpassen die Schnelleren ihre Chance, mit Anleitung besser zu werden und die Schwächeren warten stundenlang und werden in Lehrerzimmern wie es immer war als "unfähig" verhandelt. Antworten





