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Das Ende einer Illusion

Von Luciano Ferrari. Aktualisiert am 20.08.2010 1 Kommentar

Luciano Ferrari

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Der Krieg im Irak ist zu Ende. An seinem Anfang stand ein Moment der Hybris, der Anmassung und Selbstüberschätzung. Mit dem Angriff auf Saddam Hussein am 20. März 2003 wollte der damalige US-Präsident George W. Bush der Welt demonstrieren, dass Amerika das Recht und die Macht hatte, ungeachtet internationalen Rechts gegen jene Länder vorzugehen, die Washington als Schurkenstaaten gebrandmarkt hatte. Die Intervention sollte die Machtverhältnisse im Nahen und Mittleren Osten – und damit auch den Zugang zu den Öl- und Gasressourcen – dauerhaft zugunsten der USA verändern.

Es folgte ein siebeneinhalb Jahre dauernder, zermürbender, finanziell und politisch immer schwieriger zu rechtfertigender Krieg. Auf der Kostenseite stehen nicht nur die über 120'000 Opfer unter Soldaten und Zivilisten. In Rechnung zu stellen ist auch die mit der fragwürdigen Rechtfertigung des Kriegs und dem Skandal von Abu Ghraib verlorene Glaubwürdigkeit der USA als internationale Ordnungsmacht. Dabei verfehlte Bush seine beiden Hauptziele klar: Der Krieg schwächte die US-Position in der Region, während ausgerechnet der Iran gestärkt wurde. Anstelle einer Machtdemonstration wurde der Irak zum Sinnbild amerikanischer Schwäche.

Es ist kein Zufall, dass dieser Krieg, der fast zwei Jahre nach dem Einmarsch in Afghanistan begann, nun vor diesem beendet wird. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama räumt damit nachträglich ein, dass die Intervention im Irak nur zweite Priorität hatte.

Spätestens seit der Finanz- und Bankenkrise und der Wahl Obamas haben sich die USA von imperialen Machtfantasien verabschiedet. Der Irak-Krieg wurde oft mit dem Vietnam-Debakel verglichen. Wie damals sind die USA heute militärisch und finanziell ausgelaugt. Ob sie sich erneut erholen werden, ist noch offen. Wie auch immer: Im Rückblick beendete der Irak-Krieg die Illusion einer von Washington allein bestimmten Weltordnung. Eine neue, multipolare Ordnung mit China und weiteren, neuen Grossmächten ist im Entstehen begriffen. Die USA haben immer noch einen Führungsanspruch, können ihn aber nicht mehr mit Gewalt durchsetzen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.08.2010, 22:24 Uhr

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1 Kommentar

Niklas Krause

20.08.2010, 06:29 Uhr
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Also ich finde der Abzug hat eine zweischneidige Klinge. Durch Medienberichte konnte man verfolgen, dass ein Teil der Bevölkerung erfreut war über die "Befreiung" und was neues Aufbauen wollen, aber wenn die eigenen Landsleute einen entgegentreten ist das sehr schwierig. Ich bin selbst gespannt wie sich das Land wieder entwickeln wird ohne Einfluss amerikanischer Streitkräfte. Antworten


Nadine Binsberger

20.08.2010, 20:57 Uhr
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Wer weiss, wie die Welt heute wirtschaftlich aussehen würde, wenn Die Kriege nicht geführt worden wären. Sehr sehr viel Geld vom Staat (Rüstungsgelder, Sold, etc.) wäre nicht in Umlauf. Vielleicht wäre man auf die Idee gekommen, anstatt Kriege, lieber Umweltschutz, ÖV, etc. zu finanzieren. Antworten