Meinung

Die Party ist zu Ende

Von Ignaz Staub. Aktualisiert am 14.06.2009 1 Kommentar

Ignaz Staub.

Ignaz Staub.

So optimistisch wie Jimmy Carter dürften nur wenige den Wahlausgang im Iran sehen. Der Urnengang, so der frühere US-Präsident, habe gezeigt, dass es in der Islamischen Republik starken Widerstand gegen die Politik von Mahmoud Ahmadinejad gebe. Der Wahlsieger vom 12. Juni werde bestimmt auf abweichende Meinungen hören und, so hoffe er, seine Positionen mässigen.

Carter geht also davon aus, dass der wiedergewählte iranische Präsident der Welt selbstbewusster und deswegen – zum Beispiel in der Atomfrage – kompromissbereiter gegenübertritt. Und so den israelischen Premier Benjamin Netanyahu ausbremst, der einen Militärschlag gegen die Atomanlagen des Iran fordert. Dieser Angriff hätte unabsehbare Folgen für die Stabilität des Nahen Ostens und die Bemühungen der neuen US-Regierung unter Barack Obama, der Region eine umfassende Friedenslösung zu bescheren.

Wahrscheinlicher ist aber, dass sich im Iran nach dem zumindest fragwürdigen Wahlausgang der Graben zwischen Konservativen und Reformern weiter vertieft und Ahmadinejad glaubt, Härte zeigen zu müssen – im Innern wie gegen aussen. Wobei er sich der Unterstützung des geistlichen Führers, Ayatollah Ali Khamenei, sicher sein darf. Dieser hat bisher nicht erkennen lassen, dass er an einer neuen iranischen Wirtschafts-, Gesellschafts- und Aussenpolitik interessiert ist.

Vorläufig ist im Iran, wie es ein Polizist gegenüber Demonstranten formulierte, «die Zeit des Tanzens und des Lärmens» vorbei. Sollte auf den Strassen tatsächlich Ruhe einkehren, so dürfte sie trügerisch sein. Der «grüne» Tsunami und mit ihm die Hoffnung auf einen Wechsel wäre zwar verebbt. Doch der nächste Sturm, ein Amalgam aus Freiheitsdrang, Nationalstolz und Wut, könnte sich rasch wieder zusammenbrauen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.06.2009, 23:18 Uhr

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1 Kommentar

René Bodenmann

15.06.2009, 06:47 Uhr
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Die Türe für das Böse zu öffnen ist einfach. aber selten mit Absicht. Dummheit oder Ignoranz reichen aus. Es aber wieder zu vertreiben ist nur mit sehr grossen Opfern, wenn überhaupt, möglich. Theokratie ist nur ein anderer Name für Faschismus und den haben sie vor 20 Jahren herbei geschrien. Es ist zu befürchten, dass für die Befreiung dieser Geissel der Menschheit, der Blutzoll hoch sein wird. Antworten



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