Meinung

Eine meisterliche Doppelbotschaft

Von Res Strehle. Aktualisiert am 09.10.2009 1 Kommentar
Res Strehle.

Res Strehle.

Der Zürcher Stadtrat hat den Entscheid zum Minarett-Plakat mit der höchsten Form der Kommunikationstechnik begründet: der Doppelbotschaft. Er verurteilt Inhalt und Aussage des Plakats, hält es für einen Widerspruch zum Grundsatz, wonach alle Menschen ihren Glauben und ihre Traditionen frei ausleben können – und erlaubt den Aushang auf öffentlichem Grund.

Nun ist die Doppelbotschaft in der Kulturgeschichte fest verankert, in der schweizerischen speziell. Sagt einer, es gehe ihm gut, und strahlt mit tiefen Augenringen und finsterem Blick das Gegenteil aus. Bekräftigt ein anderer die Kollegialität im Regierungsgremium, um sich danach von einem Entscheid ausgiebig zu distanzieren. Der Empfänger der Botschaft stutzt und versucht, sich Klarheit zu verschaffen. Im schlechteren Fall bleibt er verwirrt, im besseren animiert es ihn, selber zu denken. Im Fall des Zürcher Entscheids hat die juristische Logik obsiegt. Die Stadt sieht keine rechtliche Handhabe, den Aushang zu verbieten, weil das Plakat nicht eindeutig rassistisch ist. Nun sind Juristen gute, da sachlich und logisch argumentierende Ratgeber in gesellschaftlichen Fragen. Sie selber sind sich aber des Ermessensspielraums ihrer Entscheide bewusst. Im vorliegenden Fall hätte Artikel 13 der Vorschriften über das Anbringen der Reklameanlagen auf öffentlichem Grund durchaus die Grundlage für ein Verbot geliefert. Zürich ist als weltoffene Stadt wie Basel oder Genf viel stärker als Schweizer Kleinstädte darauf angewiesen, dass ethnische und religiöse Minderheiten nicht diskriminiert werden. Und Juristen wissen am besten, dass es neben dem Recht noch eine Moral gibt, nicht verstanden als Moralin, sondern als vernünftige Richtschnur, wie man miteinander umgeht – und die wird mit dem Plakat klar verletzt.

Die beste Replik auf eine Doppelbotschaft ist laut Personalcoaching übrigens, mit einer Doppelbotschaft zu antworten. Wohlan: Gratulation zum Entscheid, lieber Stadtrat, er ist falsch. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.10.2009, 04:00 Uhr

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1 Kommentar

Toni Meissner

12.10.2009, 23:13 Uhr
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Nun - transparent wäre es, auch diese "Meinung" als politischen Kommentar/Einflussnahme zu deklarieren. Es geht ja schliesslich um ein Plakat, und nicht um ein Verbot der Ausübung einer Religion. In der letzten Zeit schreit die Linke jedoch oft zum falschen Zeitpunkt auf. Zuerst wird das Verbrechen von Polanski beschönigt, jetzt die freie Meinungsäusserung begraben. Quo Vadis Linksparteien ? Antworten


Franz Mueller

15.10.2009, 22:31 Uhr
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Liebe Schweizer lasst Euch nicht von Moslem-Funktionaeren einlullen. Stimmt am 29.11. gegen die Minarette. Die hier in Duisburg gebaute Moschee ist auch nur durch Betrug an der Bevölerung entstanden. Es ist zu befürchten, dassEuropa Islamisiert wird, mit Unterstützung der christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Lasst Euch nicht verarschen. Franz Müller Antworten