Einschulung ist nicht Sache der Eltern
Von Liliane Minor. Aktualisiert am 17.11.2010 5 Kommentare
Liliane Minor
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Ab dem Jahr 2020 gilt im Kanton Zürich ein neuer Einschulungstermin: Wer bis zum 31. Juli vier Jahre alt geworden ist, kommt in den Kindergarten. Heute ist der Stichtag der 30. April.
Allerdings ist dieser Stichtag nicht fix. Bereits heute dürfen Kinder, die bis zum 31. Juli vier werden und reif genug sind, von den Eltern vorzeitig in den Kindergarten geschickt werden. Ein Recht, das immer mehr Eltern beanspruchen.
Die frühzeitige Einschulung mag in Einzelfällen gerechtfertigt sein. Dennoch ist die Entwicklung problematisch – vor allem dann, wenn die Schulpflege wie etwa in der Stadt Zürich alle Gesuche ohne Abklärung bewilligt. Die Folgen sind für manche Kinder dramatisch: Fast jedes vierte Kind fliegt in den ersten Wochen wieder aus dem Kindergarten oder bleibt später sitzen.
Nur schon aus diesem Grund gilt es, sorgfältig abzuklären, warum Eltern ihren Nachwuchs vorzeitig einschulen wollen. Denn oft steckt falscher Ehrgeiz dahinter. Oder die Angst, den Kindern nicht die bestmögliche Förderung zu bieten. Oder die Eltern versuchen ganz einfach, mit der frühzeitigen Einschulung Krippenkosten zu sparen.
Darunter zu leiden haben nicht nur die betroffenen Kinder, sondern auch die Kindergärtnerinnen, die sich immer öfter in der Rolle von Kleinkinderzieherinnen statt von Lehrpersonen sehen.
Dazu kommt, dass die heutige Praxis eine Rechtsungleichheit schafft: Es darf nicht sein, dass manche Eltern freier als andere über den Zeitpunkt der Einschulung entscheiden können, bloss weil ihre Kinder zwischen dem 1. Mai und dem 31. Juli zur Welt gekommen sind.
Nun kann man mit Recht einwenden, dass es keinen Sinn ergibt, für die noch verbleibenden Jahre bis 2020 eine riesige Abklärungsmaschinerie anzuwerfen.
Umso wichtiger ist es, aus der heutigen Situation Lehren für die Zeit nach der Umstellung zu ziehen: Der 31. Juli muss künftig als niet- und nagelfester Stichtag gelten. Bloss auf Gesuch der Eltern hin darf es keine Ausnahmen mehr geben. Ansonsten läuft der Kindergarten Gefahr, jene Rolle zu verlieren, die er im hiesigen Schulsystem hat: Dann ist er nicht mehr Vorbereitung auf die Schule, sondern er wird zur Spielgruppe. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.11.2010, 22:07 Uhr
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5 Kommentare
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Es ist unfassbar, mit welcher Arroganz Sie die Gründe für den Wunsch einer vorzeitigen Einschulung zu kennen glauben. Haben Sie die Möglichkeit in Erwägung gezogen, dass Eltern ihre Kinder besser kennen als die Schulpflege und sie ihr Kind für Kindergartenreif erachten? Zudem wäre es für alle nachvollziehbarer, wenn der Stichtag der Schulbeginn wäre und nicht ein willkürlich gewähltes Datum. Antworten
Es darf doch nicht sein, dass Eltern aus Kostengründen die Kinder früher in den Kindergarten schicken wollen, nur weil Spielgruppen oder Muki selber übernommen werden müssen. Die Gesuche um einen früheren Eintritt sollten umfassend geprüft werden - möglichst nach einheitlichem Test im ganzen Kanton. Es darf nicht sein, dass der Kindergarten zum kostenlosen Hort verkommt! Antworten





