Ende der Schonfrist
Von Antonio Cortesi. Aktualisiert am 19.02.2010 2 Kommentare
Antonio Cortesi.
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Ein Polizeikommandant, der mehrmals betrunken Auto fährt, wiederholt alkoholisiert zum Dienst erscheint und zur Ausnüchterung ins Hotel gebracht wird – der Fall Markus Reinhardt ist viel gravierender, als bisher bekannt war. Der oberste Bündner Polizist und Sicherheitschef des WEF war ein permanentes Sicherheitsrisiko.
Damit nicht genug: Viele Personen in seinem Umfeld wussten von der Alkoholsucht – und tolerierten sie, weil man dem Freund, beliebten Chef oder hochgeschätzten Untergebenen nicht schaden wollte. Jahrelang toleriert haben die Krankheit auch eine Reihe von Vorgesetzten, zuletzt Justizdirektorin Barbara Janom Steiner (BDP). Und die gesamte Regierung war im Bild.
Ein krasser Fall von behördlichem Ko-Alkoholismus, wie er sonst nur in engen Familienstrukturen vorkommt: Man ignoriert und vertuscht die Drogenabhängigkeit der Person, die einem nahesteht, so lange als möglich. Und glaubt sogar, dass man ihr einen Dienst erweist. Denn solange die Fassade aufrechterhalten werden kann, scheint alles gut zu gehen. Bis die Situation eskaliert und es zur Katastrophe kommt.
Markus Reinhardt sah nur noch den Ausweg des Suizids. Sein Tod hat ganz Graubünden schockiert und gelähmt. Selbst die lokalen Medien hielten sich bisher aus Pietätsgründen mit Recherchen zurück. Damit muss nun Schluss sein. Denn der Fall Reinhardt ist keine Familientragödie, sondern der Fall eines magistralen Versagens: Die Justizdirektorin hätte den alkoholsüchtigen Kommandanten, der während des WEF für die Sicherheit von Polit- und Wirtschaftsgrössen aus aller Welt verantwortlich war, längst suspendieren müssen.
Schonungslose Aufklärung tut jetzt not. Ob Graubündens Polit-Establishment dazu imstande ist, bleibt allerdings fraglich. Der Präsident der Geschäftsprüfungskommission des Parlaments – ein Parteikollege von Janom Steiner – hat bereits angedeutet, dass die Untersuchung des Gremiums zur Alibiübung werden könnte. Damit würden sich die Politiker jedoch einen Bärendienst erweisen, denn im Juni sind Wahlen. Die Quittung für ihr Zögern würde ihnen dann das Stimmvolk präsentieren.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 19.02.2010, 15:29 Uhr
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Ich würde sogar noch weiter gehen, für seine "Kollegen" dürfte der Suizid gar als Glücksfall erscheinen, immerhin kann er den WEF nun nicht mehr verpatzen. Man stelle sich mal vor, es wäre tatsächlich etwas passiert und die Weltöffentlichkeit hätte erfahren, der Chef lag betrunken im Hotel. Wahrscheinlich der Einzige der diese Situation korrekt erfasst hat, war wohl Reinhardt selbst. Antworten
Es wurde nie berichtet, mit wievielen Kugeln sich Markus Reinhardt getötet hat. Es müsste ja eigentlich einfach sein, den Gerichtsmediziner zu fragen und eine Anwort zu bekommen, weil ja normalerweise rechnet man damit, dass die Antwort "eine" ist. So einfach scheint die Antwort aber nicht zu sein.... Antworten





