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Es fehlt die Transparenz

Von Daniel Friedli. Aktualisiert am 05.08.2010 1 Kommentar

Daniel Friedli.

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Nun ist es amtlich. Das Bahnfahren wird nächstes Jahr teurer trotz Intervention des Preisüberwachers. Das mag die Passagiere ärgern, verargen aber kann man es den Bahnen nicht. Auch der öffentliche Verkehr fährt durch die reale Wirtschaft; er muss mehr für Strom, Rollmaterial und Löhne ausgeben und soll dafür auch mehr verlangen dürfen. Insofern sind die Aufschläge für das GA oder das Halbtaxabo vertretbar.

Ärgerlich aber ist eines: Die Kunden wissen speziell bei den Streckentarifen immer noch nicht, wofür sie diese Aufschläge bezahlen – und ob sie dafür nicht schon als Steuerzahler aufgekommen sind. Und noch ärgerlicher: Dieses Manko ist keineswegs neu. Schon 2007 klagte der damalige Preisüberwacher Rudolf Strahm, er könne mangels Daten die Preise gar nicht richtig prüfen. Unter anderem, weil die Bahnen da und dort zusätzlich zu den gefahrenen Kilometern Distanzzuschläge verrechnen – nach Methoden, die man auch im Verkehrsmuseum vergeblich sucht. Daran hat sich trotz breiter Kritik nichts geändert.

Und so tat Strahms Nachfolger nun, was er in diesem Dschungel eben tun konnte: Er senkte den Aufschlag beim Normaltarif resigniert von 3,4 auf 2,4 Prozent. Und liess sich durch das Versprechen, man werde dieses System nun endlich korrigieren, von einem konsequenteren Eingreifen abbringen.

All dies macht deutlich: Das Problem liegt bei der Transparenz. Die Bahnen begründen ihre Aufschläge bald mit höheren Betriebskosten und Investitionen, bald mit dem grösseren Angebot (das die Steuerzahler schon finanziert haben) oder mit drohenden Sparprogrammen (die noch gar nicht beschlossen sind). In Kürze werden sich die Gründe noch mehren. Die SBB möchten die Bahntarife der Reisezeit, dem Tempo und dem Komfort anpassen; die Politik prüft Preiserhöhungen, um das Schienennetz zu sanieren und auszubauen.

Vor diesem Hintergrund ist es höchste Zeit, ein Tarifsystem zu erarbeiten, das verständlich, schlüssig und transparent ist. ÖV-Direktor Peter Vollmer darf gerne sagen, die Schweizer hätten die Notwendigkeit zeitweiliger Tariferhöhungen begriffen. Man würde die Aufschläge trotzdem gerne nachvollziehen können.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.08.2010, 23:23 Uhr

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1 Kommentar

Beat Schlumpf

05.08.2010, 19:17 Uhr
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Der öV kostet uns heute schon jährlich 13.6 Mrd. Die Nutzniesser dieses gigantischen Betrags haben kein Interesse an Transparenz. Es wird alles finanziert was halbwegs an der Bahnstrecke liegt u.a. Dächer für Selecta-Automaten, Mobilfunkantennenstandorte der Swisscom, unrentable Terminals usw. Ueber 20 Mio hat alleine die IT-Sanierung bereits 2 Jahre nach Eröffnung des Lötschbergtunnels gekostet. Antworten