Meinung

Höhere Studiengebühren sind nicht tabu

Von Edgar Schuler. Aktualisiert am 26.11.2009 2 Kommentare

Edgar Schuler.

Edgar Schuler.

Ein Hochschulstudium ist eine Investition in die Zukunft. Von dieser Investition profitiert die Gesellschaft, weil gut ausgebildete Ingenieurinnen, Englischlehrer und Philosophinnen die Wertschöpfung in unserem Land steigern – intellektuell und materiell. Alle profitieren davon, auch Menschen ohne Studienabschluss. Bildung ist, wie es so schön heisst, der einzige Schweizer Rohstoff.

Ein Hochschulstudium ist für die Studierenden aber auch eine persönliche Investition in die eigene Zukunft. Mit einem Diplom in der Tasche steht der Weg offen für Karrieren mit Verantwortung, entsprechenden Aufstiegschancen und Löhnen sowie dem damit verbundenen Status.

In keinem Verhältnis dazu steht, was die Studierenden in Franken und Rappen zu ihrer Ausbildung beitragen. Die Studiengebühren decken in der Schweiz nur drei Prozent der Studienkosten. Was die Studierenden an Ausbildung erhalten, ist also weit mehr wert als das, was sie bezahlen. Dieses Missverhältnis ist politisch gewollt – aber nicht in Stein gemeisselt.

Für generell höhere Studiengebühren spricht, dass damit automatisch auch die persönliche Verantwortung für das Studium zunimmt. «Was wenig kostet, ist wenig wert», heisst es. Wer jedes Semester tief in den Geldbeutel greifen muss, wird sich hüten, sein Studium zu verbummeln. Viele Studierende können sich höhere Gebühren durchaus leisten, entweder dank ihren Eltern oder weil sie ein Studiendarlehen später abzahlen können.

Eine Erhöhung der Studiengebühren muss aber zwingend verbunden sein mit einem funktionierenden System von Stipendien und rückzahlbaren Darlehen. Es darf nicht sein, dass der offene Zugang zum Studium der Sparwut zum Opfer fällt. Denn studieren können sollen alle, die das Zeug dazu haben. Und nicht nur jene, die es sich leisten können. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.11.2009, 04:00 Uhr

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2 Kommentare

Thomas Fehr

27.11.2009, 11:35 Uhr
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Investition in Bildung sollte sich nicht von anderen Investitionen unterscheiden. Und wer eine groessere Investition taetigt, ist oft auf Fremdkapital angewiesen. Doch solange der heutige, abdiskontierte Wert der zukuenftigen Cahs flows (Lohn) groesser ist als das aufgenommene Fremdkapital, so handelt es sich um eine profitable Investition und sollte vom Student durchgefuehrt werden (vereinfacht). Antworten


Dusan Nedeljkovic

27.11.2009, 00:13 Uhr
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Ist es nicht ein Paradox, die Studierenden zuerst die Gebühren zahlen zu lassen, um es ihnen dann via Stipendien zurück zu geben? Das verursacht nur unnötige administrative Kosten. Wirtschatlich schlechter gestellte Studieren via, zugegebenermassen fairen, Darlehen in die Verschuldung zu treiben nur weil sie keine reichen Eltern haben ist ja auch nicht wirklich gerecht, oder? Antworten



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