Hoffen auf Burkhalters Medizin
Von Antonio Cortesi. Aktualisiert am 01.10.2010 7 Kommentare
Antonio Cortesi
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Und wieder steigen die Krankenkassenprämien massiv. Wieder macht sich Wut breit: über die Versicherer, die nur auf ihren eigenen Profit schauen; über die Pharmabranche, die bei Medikamenten schamlos absahnt; über die Politiker, die Massnahmen zur Kostenreduktion im Parteiengezänk untergehen lassen.
Man mache sich aber keine Illusionen. Das gute Gesundheitssystem – die Schweiz hat eines der besten der Welt – hat eben seinen Preis. Und je älter die Menschen werden, desto mehr chronisch Kranke gibt es. Zugleich garantiert die obligatorische Grundversicherung nach wie vor, dass auch wenig Begüterte von hohen Leistungen profitieren. All dies geht beim Ärger über die Prämienschübe gerne vergessen.
Und es gibt Hoffnung. Mit Didier Burkhalter ist ein Bundesrat am Werk, der sich mit grosser Ernsthaftigkeit ins komplexe Gesundheitsdossier gekniet hat und nach Selbstdarsteller Couchepin konsensorientiert arbeitet. Noch muss er die Prämientricks seines Vorgängers ausbaden. Dass das Parlament gestern Couchepins Paket zur Eindämmung der Gesundheitskosten versenkte, geht ebenfalls nicht auf seine Kappe.
Zwei Reformvorhaben sind zentral. Zum einen soll der Risikoausgleich zwischen den Kassen weiter verbessert werden. Die Anreize müssen so gesetzt sein, dass die Versicherer nicht mehr nach gesunden Kunden jagen, sondern die beste Versorgung der Kranken anstreben. Nur so macht der Wettbewerb unter den Kassen Sinn. Bei der Vergütung der Leistungen dürfen sie sich ja nicht unterscheiden. Profilieren können sie sich dagegen, indem sie qualitativ hochstehende Ärztenetzwerke anbieten. Burkhalter hat bei diesem Projekt, bei dem viel Geld gespart werden kann, im Parlament einen ersten Durchbruch geschafft. Allerdings ist das Kompromisswerk fragil – die Linke droht mit dem Referendum.
Das Parlament hat es nun in der Hand: Lässt es Reformdoktor Burkhalter ins Leere laufen und produziert es erneut einen Scherbenhaufen, steigen die Chancen einer Einheitskasse. Denn wenn sich die Wettbewerbsbedingungen nicht ändern, ist ein Gesundheitssystem mit sich konkurrenzierenden Krankenkassen wohl eine Fehlkonstruktion. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 01.10.2010, 23:15 Uhr
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Bei den Leistungen müssen sich die Versicherer unterscheiden ohne gibts kein Markt. Da alle gleich sind gibts keine Wahl. Ich MUSS den ganzen Früchtekorb nehmen auch wenn mir vor Ravioli und Diätkekse graust. Ein Bonussystem wäre ebenfalls angebracht. Bei den Autoversicherungen findet das man auch ok und alles andere als nicht sozial. Mitdenken würde wieder gefragter. Antworten
Logisch, dass bei diesen Prämien immer mehr Leute Gesundheitsleistungen beziehen. Wer zahlt schon gerne, ohne eine Gegenleistung. Das Gesundheitswesen müsste komplett gratis zur Verfügung stehen. Dann wäre der Gang zum Arzt oder ins Spital ein Aufwand (Weg, Zeit, Bürokratie, etc.), den man nur auf sich nimmt, wenn's wirklich nötig ist. Antworten





