Lasst sie nicht hängen
Von Jean-Martin Büttner. Aktualisiert am 23.02.2011 4 Kommentare
Jean-Martin Büttner
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Die Landesregierung hat vor kurzem beschlossen, im Wahlkampf Zurückhaltung zu üben. Wie das genau gemeint ist, hat die «Berner Zeitung» inzwischen herausgefunden: Die Parteien sollen nicht mit Plakatbildern ihrer Bundesrätinnen und Bundesräte werben dürfen. Oder wie es der Bundesratssprecher formuliert: «Die Mitglieder des Bundesrates haben beschlossen, sich im bevorstehenden Wahlkampf nicht auf Plakaten abbilden lassen zu wollen.»
Was der Bundesrat beim bevorstehenden Wahlkampf zu wollen beschlossen hat, erstaunt insofern, als er damit das Gegenteil von dem will, was er noch vor vier Jahren beschlossen hatte. Damals überliess es der Bundesrat den einzelnen Bundesräten, ob sie auf die?Plakate wollten oder nicht. Wie man sich erinnert, lächelte darauf Christoph Blocher wochenlang von allen Wänden.
Nicht nur wegen dieser Erfahrung ist man froh über das bundesrätliche Wollen zum Nichtwollen. Denn es gibt noch andere Gründe. Zunächst einen ästhetischen. Mit Doris Leuthard im Weltformat liesse sich durchaus leben. Denn so kann man sie anschauen, ohne ihr zuzuhören. Simonetta Sommaruga würde auch nicht weiter stören. Es sind die anderen, die man lieber nicht hängen sehen wollen möchte. Eveline Widmer Schlumpf schaut zu säuerlich. Micheline Calmy-Rey lächelt zu breit. Johann Schneider-Ammann langweilt zu sehr. Ueli Maurer mag man gar nicht mehr sehen. Gegen Didier Burkhalter ist zwar nichts einzuwenden; bloss weiss immer noch keiner, wer das ist.
Zum Ästhetischen kommt das Politische: Plakatbilder fördern den Egoismus, Wahlkämpfe die Parteinahme. Und von beidem hat es schon genug in der Regierung. So kommt es immer wieder vor, dass Bundesräte an ihren Sitzungen Überzeugungen vertreten. Manche sagen mitunter das, woran sie schon als Parlamentarier glaubten. Wieder andere vertreten unverhohlen die Wähler ihrer Partei.
Plakatbilder im Wahljahr? Lieber nicht. Die Bundesräte könnten sich daran erinnern, dass sie eigentlich Politiker sind. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.02.2011, 23:11 Uhr
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4 Kommentare
es ist für die parteien besser ,wenn sie die köpfe ihrer bundesräte nicht für werbezwecke benutzen.denn wer will schon mit diesem br in den wahlkampf ziehen,den eine nationalratskommission eklatante fehler bescheinigt.das haben selbst die parteien gemerkt.lasst eure parteiprogramme für euch werben,au weih,das könnte auch schief gehn.oder stellt glaubwürdige politiker auf ,sofern es sie gibt. Antworten


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