Lieber kein Klimavertrag als ein schwacher

Von Martin Läubli. Aktualisiert am 30.11.2009 2 Kommentare
Martin Läubli.

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Die Uno-Klimakonferenz in Kopenhagen wird bestenfalls einen Minimalkompromiss zustande bringen. Denn die Regierungschefs des asiatisch-pazifischen Wirtschaftsforums Apec, darunter der amerikanische Präsident Barack Obama und der chinesische Staatschef Hu Jintao, haben am Wochenende eigenmächtig beschlossen, die Festlegung von Reduktionszielen für Treibhausgase vorerst einmal aufzuschieben. Es ist aussergewöhnlich, dass Akteure wichtiger Vertragsstaaten wenige Wochen vor einer Konferenz der Weltöffentlichkeit die Hoffnung auf ein ehrgeiziges Abkommen nehmen. Die Vorverhandlungen für Kopenhagen sind in einer Sackgasse gelandet.

Das ist zwar bedauerlich, aber nicht tragisch: Lieber kein Klimavertrag als ein schwacher. Es ist sogar sinnvoll, die Verhandlungen über Reduktionsziele auf nächstes Jahr zu vertagen. Schliesslich wären die USA ohne konkreten Handlungsspielraum nach Kopenhagen gereist, weil bis dahin das neue Klimagesetz noch nicht vom amerikanischen Senat verabschiedet sein wird. Ohne den grössten CO2-Produzenten der Industriestaaten an Bord machen aber Klimaverhandlungen keinen Sinn.

Ein Aufschub führt allerdings nur zum Erfolg, wenn die Minister in Kopenhagen Mitte Dezember in einem politischen Rahmenabkommen gewisse Leitplanken setzen: Die Vertragsstaaten müssten akzeptieren, dass die Treibhausgase weltweit bis 2020 um 20 bis 40 Prozent zu reduzieren sind. Laut Klimaforschern lässt sich nur so das Schlimmste verhindern. Weiter muss das Schlussabkommen festlegen, dass es 2012 keinen Unterbruch gibt zwischen dem Kyoto-Protokoll und dem neuen Klimavertrag. Denn die Wirtschaft verlangt verlässliche Signale. Sie drängt auf gültige Rahmenbedingungen, um in heute noch teure Umwelttechnologien zu investieren.

Dieser Weg hätte den Vorteil, dass die Industrieländer Zeit gewännen, die Entwicklungs- und Schwellenländer davon zu überzeugen, dass es ihnen mit dem Klimaschutz ernst ist. Das würde das Vertrauen zwischen armer und reicher Welt stärken – ein Vertrauen, das es braucht, damit China und Indien in eine Zukunft nach dem Erdöl investieren.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.11.2009, 10:41 Uhr

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2 Kommentare

Alexej Buergin

17.11.2009, 20:38 Uhr
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Wir sind Weltmeister bei den Kleinen, in Genf verliert die Linke, und "Kopenhagen" ist gestorben. Wenn das so weitergeht, wird Sauber gerettet und der America's Cup wird auf dem Wasser ausgetragen. Eine gute Nachricht folgt der anderen. Und das Schönste ist: Alle Teilnehmer werden "Kopenhagen" als Erfolg sehen, einige schöne Vorweihnachtstage dort verbringen und mit glänzenden Augen heimkehren. Antworten


INGRID ULLMANN-BAMMER

08.12.2009, 09:30 Uhr
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Wenn die Menschheit weiter bestehen will muss das dringendste Problem unserer Zeit JETZT von Forschern und Regierungen GEMEINSAM gelöst werden. DAS IST EIN AUFTRAG. Die SONNE ist ein Geschenk. Solarzellen werden in Farbe, Autolack , Glas, sowie in den verschiedensten Materialien zu finden sein. Die Menschheit wird weiter bestehen, denn es gibt einen Weg den WIR GEMEINSAM GEHEN WERDEN. Antworten