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Nun muss Falk die Herzen öffnen

Von Susanne Anderegg. Aktualisiert am 27.08.2010 1 Kommentar

Susanne Anderegg.

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Es klingt wie eine Kampfansage an Bern: Zürich will ein Herzzentrum bauen. Das Uni-Spital rüstet im Streit um die Spitzenmedizin auf – es will seine Herzchirurgie mit allen Mitteln wieder zur Nummer 1 in der Schweiz machen: Dieser Eindruck mag zutreffen. Doch er greift zu kurz.

Selbstverständlich will Volkmar Falk, der neue Chef der Uni-Herzchirurgie, der Beste sein. Natürlich möchte er eine grössere Klinik. Und er hat auch kräftig lobbyiert, um das zu erreichen. Unternehmer Bruno Marazzi kam nämlich nicht selber auf die Idee, das neue Herzzentrum zu bauen. Sie wurde an ihn herangetragen von Anwalt Peter Nobel, einem einflussreichen Mitglied der Zürcher Gesellschaft, in der auch Chefärzte verkehren.

Trotzdem ist der Spitalleitung zu glauben, wenn sie den Vorwurf des Wettrüstens zurückweist. «Wir haben schlicht einen Investitionsstau», sagt Direktorin Rita Ziegler. Und sie hat recht. Die bauliche Erneuerung des Universitätsspitals wurde jahrzehntelang vernachlässigt. Jetzt ist der Nachholbedarf riesig. Bis dereinst ein Neubau steht oder eine Gesamtsanierung fertig ist, dauert es 25 Jahre. Inzwischen schreitet die medizinische Entwicklung rasant fort. Der Kanton muss dauernd behelfsmässig nachbessern, Provisorien werden nötig.

Da macht die Auslagerung einer ganzen Einheit Sinn, sogar wenn sie nur vorübergehend wäre. Voraussetzung ist allerdings, dass alle öffentlichen Herzkliniken auf dem Platz Zürich mitmachen. Also auch die Herzchirurgen und Kardiologen vom Triemli- und vom Kinderspital. Denn so ein Herzzentrum kann nur mit vielen Patienten wirtschaftlich betrieben werden. Die Investitionen, die amortisiert werden müssen, sind hoch. Es braucht nicht nur eine Reihe von Operationssälen, Katheterlabors und Bettenstationen, sondern auch teure Tomografen, eine Intensivstation und einen Notfall mit Helikopterlandeplatz. Zudem steigt mit der Grösse eines medizinischen Zentrums auch die Qualität der Behandlung.

Ob ein Zusammenschluss gelingt, hängt massgeblich vom Verhalten der Uni-Exponenten ab. Überheblichkeit ist fehl am Platz, Konkurrenzdenken ebenfalls. Volkmar Falk ist neu in Zürich. Er könnte es schaffen, die Herzen zu öffnen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.08.2010, 23:25 Uhr

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1 Kommentar

Niklaus Egloff

27.08.2010, 14:21 Uhr
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Das der Unterhalt und die Weiterentwicklung des Unispitals in den letzten Jahren, vernachlässigt wurde, kann jeder Bürger selbst feststellen,wenn er mit offenen Augen im Unispital ein und ausgeht. Einzelkämpfer mit Profilierungsneurose sind dafür völlig ungeeignet. Teamplayer von der Aerzteschaft bis zu den Politikern sind gefordert, für ein Unispital der Zukunft. Antworten