Meinung

Raser strafen - und schocken

Von Thomas Knellwolf. Aktualisiert am 15.12.2008 10 Kommentare

«Jeder verlangt, dass hart angepackt werde, wer seine Hirnzellen tiefer legt und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet. Raserei ist auch ein Unterschichts- und Integrationsproblem.»

Thomas Knellwolf.

Thomas Knellwolf.

Raser haben in kurzer Zeit das halbe Land gegen sich aufgebracht. Nach den jüngsten unschuldigen Toten der Landstrasse fordert vom Bundesrat bis zum «Büezer» jeder, dass hart angepackt werde, wer seine Hirnzellen tiefer legt und andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.

Das Bundesamt für Statistik offenbart nun erstmals, wer in der Schweiz die schweren Verkehrssünden begeht: Besonders häufig sind es Ausländer. Ein Teil der erfassten Straftaten geht aufs Konto auswärtiger Raser, die schnellstmöglich von Deutschland nach Bella Italia gelangen wollen. Ein anderer Teil wird von Secondos verursacht, die mit ihren getunten Boliden Wochenende für Wochenende Mittelland und Voralpen unsicher machen.

In diesem Sinne ist die Raserei auch ein Unterschichts- und Integrationsproblem. Es lässt sich mit verstärkten Kontrollen an neuralgischen Punkten und einer konsequenten Anwendung des Strafrechts bekämpfen. Raserautos gehören vermehrt verschrottet oder für einen guten Zweck versteigert.

Die Raser-Initiative und Via Sicura, das Sicherheitsprogramm des Bundes, verlangen verschärfte Verkehrsbestimmungen. Sie gehen in die richtige Richtung, sind aber noch zu wenig auf die Risikogruppe der Neulenker vom Balkan und von anderswo ausgerichtet.

Überwachen und Strafen ist das eine, Aufklären und Abschrecken das andere. Die Stiftung Road Cross sucht Geld für Schulungen von potenziellen Rasern aus diesem Milieu. Die Stadt Zürich wägt noch ab, ob sie sich beteiligen soll. Dies wäre wichtig, denn solche Präventionsprogramme, die das Elend von Verkehrsopfern und -tätern dokumentieren, geben sogar motorisierten Machos zu denken. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.12.2008, 08:35 Uhr

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10 Kommentare

Claudia Moser

15.12.2008, 11:25 Uhr
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10 Jahr Gefängnis wäre eine gute Alternative zum Wattenbäuscheli Urteil der Gegenwart. Würde den Angehörigen ein minimales Gefühl von Gerechtigkeit vermitteln. Wozu Geld für "Integration-Projekte" verschleudern die ohne Wirkung bleiben, denn älter werden alle und vielleicht, was zu hoffen ist, auch reifer. Denn wenn nicht reifer und geldloser, wo sind den die "Senioren Raser"? Antworten


Bruno Ehrlich

15.12.2008, 10:10 Uhr
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Ob Schweizer oder Ausländer, Raser sollen alle gleich bestraft werden. Die Verschärfung der Strafen bringt nur etwas, wenn sie die Richter auch anwenden. Ob es besondere Bestimmungen für Risiko-Gruppen braucht, kann ich nicht beurteilen, denn jeder, der zu viel zu schnell fährt, ist ein Raser. Antworten