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Rückkehr der kühlen Köpfe

Von Walter Niederberger. Aktualisiert am 11.03.2010 2 Kommentare

Walter Niederberger.

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Wenn Wissenschaftler untereinander diskutieren, ob die Klimaveränderung katastrophale Ausmasse annimmt oder doch einigermassen unter Kontrolle gebracht werden kann, ist das ernst zu nehmen. Wenn sich aber gleichzeitig die öffentliche Debatte – namentlich in den USA – darin erschöpft, ob der Klimawandel überhaupt stattfindet, dann läuft etwas fundamental schief. Dann müssen sich die Wissenschaftler fragen, ob sie ausreichend auf kritische Einwände eingehen, Fehler von sich aus offenlegen und korrigieren.

Deshalb ist es zu begrüssen, wenn die Uno die Arbeitsweise der beinahe 4000 Klimaexperten zum ersten Mal unabhängig überprüfen lässt. Worum es dabei nicht geht, ist der Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel selber. Dafür gibt es den Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dessen umfangreiche Berichte seit 1990 im Grundsatz nie widerlegt wurden.

Die jetzt beschlossene Überprüfung durch das Inter Academy Council zielt mitten ins Herz der Forschung, die Glaubwürdigkeit der wissenschaftlichen Arbeit selber. Die Uno erwartet vom «Rat der Weisen», dass er klärt, ob die IPCC kritische Stimmen ausreichend einbezieht, ob sie die Hunderte von Einzelstudien genug tief hinterfragen lässt und ob sie künftig auch «graue Literatur», also politisch und ideologisch motivierte Klimastudien, einbeziehen soll. Damit ist klar, dass nicht einfach Klimaforscher durch andere Klimaforscher überprüft werden, sondern dass Experten aus anderen Wissenschaftsgebieten sowie Spezialisten für Managementfragen und internationale Organisationen sich der Sache annehmen.

Schon im kommenden Oktober beginnt der IPCC die Arbeit am nächsten, dem fünften, Klimabericht. Die Zeit ist knapp. Ob aber die Öffentlichkeit diesem Bericht vertrauen und ob die Politik daraus die richtigen Schlüsse ziehen wird, hängt allein von der Qualität der nun anlaufenden Nachkontrolle ab. Wenn Demagogen die Debatte zu bestimmen beginnen, sind für einmal die kühleren Köpfe der Wissenschaft gefragt, die ihre eigene Glaubwürdigkeit wahren wollen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.03.2010, 04:00 Uhr

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2 Kommentare

Georg Klein

11.03.2010, 20:36 Uhr
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Vor einem Monat äusserte sich Prof. Phil Jones, einer der vordersten Kämpfer gegen den Klimawandel und Betroffener in der sog. E-Mail-Affäre plötzlich dahingehend, dass sich die globale Erdtemperatur seit 1995 nicht mehr erhöht hat, dass es im Mittelalter wärmere Perioden als heute gegeben hat und dass "die Debatte beendet ist" nicht seine Position ist. Er redet wie ein "Demagoge"! Was nun??? Antworten


Bernd Niggli

11.03.2010, 19:02 Uhr
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Es ist schon lange keine frage des Wissens, sondern eine Glaubensfrage. Klima ändert sich stetig und der Faktor Mensch ist in dem Bereich angeblicher Klimaerwärmung durch CO2 eine lächerliche Grösse. Wasserampf, Sonneneinstrahlung usw sind die gewichtigen Faktoren. Aber auf diese kann man keine Steuer erheben. So einfach ist das. Antworten