Sauber wieder auf Touren
Von Robert Höpoltseder. Aktualisiert am 16.09.2009
Robert Höpoltseder.
Peter Sauber, der sich als pensionierter Teamchef bereits am Ziel wähnte, steht wieder am Start. Er hat den Fortbestand seines Lebenswerks in Hinwil zum zweiten Mal gesichert. Diesmal zog er beim Verkauf «seiner» Formel-1-Fabrik nur im Hintergrund die Fäden. Denn Verkäufer des Grand-Prix-Teams war Besitzer BMW.
Der Name des Käufers, Qadbak Investments LTD, überrascht. Zuletzt wurde eine Gruppe aus Malaysia favorisiert – angeführt vom Ölmulti Petronas, dem langjährigen Sauber-Partner. Diese Investoren sind nun beim neuen Lotus-Team eingestiegen, das den 13. und letzten Teamplatz erhielt. Dennoch kann man davon ausgehen, dass auch das neue, noch namenlose Team aus Hinwil beim Saisonstart 2010 dabei ist. Denn eine Equipe mit einem 80-Millionen-Franken-Windkanal kann die Formel 1 nicht links liegen lassen.
Ende 2005 hatte Peter Sauber sein Werk vertrauensvoll in die Hände von BMW gelegt. Damit wollte er die Zukunft seiner Mitarbeitenden sichern. Doch nur dreieinhalb Jahre später liessen die Münchner Sauber fallen. Der Formel-1-Rückzug der Bayern überraschte Ende Juli die 430 Beschäftigten ebenso wie den früheren Teamchef. Peter Sauber kämpfte von da an im Stil eines Patrons alter Schule für sein Hightech-Werk, damit dort nicht alle 430 Arbeitsplätze verloren gehen.
Gestern endeten für den Zürcher sechs anstrengende Wochen als Vermittler und Verhandler. Sauber war wieder auf Touren gekommen wie zu den guten alten Zeiten als Teamchef. Jetzt folgt sein Comeback in dieser Funktion – zumindest übergangsweise. Eigentlich wollte er mit 70 Jahren nicht mehr an der Boxenmauer stehen. Jetzt kehrt er mit knapp 66 zurück – für seine Leute und sein Werk. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.09.2009, 08:47 Uhr


