Schule wird verschont – das ist gut
Von René Donzé. Aktualisiert am 09.09.2010 2 Kommentare
Die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP) hat sich mit ihrem öffentlichen Engagement gegen die Sparbemühungen ihrer Regierungskollegen auf eine Gratwanderung begeben. Im Intranet der Verwaltung hat sie vom «Jammern auf Vorrat» geschrieben. Und in der deutschen Wochenzeitung «Die Zeit» gar wütend über den «Raubbau» gesprochen, den man am Qualitätsstandort Zürich betreibe. Und vor allem hat sie die Volksschule schlicht zur Tabuzone für weitere Sparübungen erklärt.
Regierungsrätin Aeppli ist mit ihrem Engagement für die Schule haarscharf an einer Verletzung des Kollegialprinzips vorbeigeschrammt. Doch ihr Kampf hat Erfolg. Die linke Bildungsdirektorin konnte sich im bürgerlich geprägten Zürcher Regierungsrat durchsetzen. Während ihr Kollege Thomas Heiniger (FDP) in der Gesundheitsdirektion knapp 8 Prozent seines Budgets zusammenstreichen musste, opfert Aeppli bloss 4 Prozent des Bildungsbudgets. Die grössten Abstriche nimmt sie bei den Beiträgen an die Hochschulen vor – das schmerzt zwar auch, ist aber verkraftbar. Und sie geht erst noch davon aus, dass auf eine Erhöhung der Studiengebühren verzichtet werden kann.
Richtig und wichtig hingegen ist es, dass die Volksschule weitgehend verschont wurde. Bildung ist der wichtigste Rohstoff unserer Gesellschaft, und in den ersten Schuljahren wird die nötige Grundlage geschaffen, damit dieser wachsen kann. Es ist für Lehrerinnen und Lehrer heute ohnehin schwierig genug, in grossen Klassen, mit einem teilweise hohen Anteil an fremdsprachigen Kindern, das wesentliche Wissen zu vermitteln. Zudem müssen sie immer mehr Erziehungsaufgaben erfüllen, die das Elternhaus nicht mehr übernehmen kann – oder will. Hier zu sparen, würde sich später rächen.
Doch Regine Aeppli ist nicht die Hauptverantwortliche für diesen Sieg der Vernunft. Vor sechs Jahren noch wollte sie die Klassengrössen erhöhen, die Handarbeit kürzen und die Biblische Geschichte streichen. Gegen all diese Massnahmen wurden später Unterschriften gesammelt. Sie wurden weitestgehend wieder rückgängig gemacht. Es ist das Volk, das vernünftig geblieben ist. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 08.09.2010, 22:30 Uhr
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2 Kommentare
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Nein so stimmt das nicht. Der Titel ist falsch. Unser höchstes Kapital sind die Mentalität, die kleinen, feinen Unterschiede, die Kantone, die Mehrsprachigkeit. Die Bescheidenheit und der gesunde Menschenverstand. Die sehr gute Volksschule und eine breite Allgemeinbildung sind unsere Vorteile. Die Weiterführenden Schulen sind nicht unser Kapital, die Eliten haben mehrfach versagt. Antworten
"Bildung ist der wichtigste Rohstoff unserer Gesellschaft" deutlicher kann es nicht gesagt werden.Zu aendern gilt der anteil fremdsprachiger kinderm, gemeint solche die, die regionalsprache nicht beherschen, diese muessen erst sprachlich auf das niveau gebracht werden einem "normalen" unterricht zu folgen.Es geht nicht an, dass diese das tempo und die bildungsziele bestimmen. Antworten


