Meinung

Schwarze Schafe aussortieren

Von Angela Barandun. Aktualisiert am 28.12.2009 1 Kommentar
Angela Barandun

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Die Verkäuferin verspricht eine tiefere Telefonrechnung. Sie ist nett, gesprächig, will Unterlagen schicken. Am Ende des Telefonats hat der Kunde jedoch keine unverbindliche Offerte bestellt, sondern einen Vertrag abgeschlossen.

Die Masche ist nicht neu. Immer wieder sorgen aggressive Telefonverkäufer für eine Flut von Beschwerden. Heute hat der Bund faktisch nichts in der Hand, um gegen schwarze Schafe vorzugehen. Erst wenn ein Beteiligter Klage einreicht und ein Gericht einen Verstoss feststellt, dürfen sich die Behörden einmischen – und etwa einer aggressiven Telefonfirma damit drohen, ihr die Konzession zu entziehen. Das Gesetz garantiert den Konsumenten noch nicht einmal die Möglichkeit, von einem per Telefon geschlossenen Vertrag zurückzutreten.

Die Politik bekommt im nächsten Jahr gleich zweimal die Möglichkeit, das zu ändern. Zum einen befasst sich der Ständerat mit einer Gesetzesvorlage, die den Konsumenten ein Widerrufsrecht bei Telefonverkäufen garantieren soll. Zum anderen schlägt der Bundesrat im neuen Entwurf für das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb vor, dass der Staat künftig von sich aus aktiv werden kann, wenn er einen gravierenden Missbrauch ortet. Also etwa dann, wenn innert kurzer Zeit eine grosse Anzahl Beschwerden gegen einen bestimmten Anbieter eingeht.

Bei diesen Vorlagen geht es nicht nur um den Schutz der Konsumenten. Es geht vielmehr darum, gegen die fehlende Dynamik in Märkten wie dem für Telecomdienste vorzugehen. Zweifelhafte Methoden aggressiver Telefonverkäufer schüren die grundsätzliche Unlust der Konsumenten, den (Telecom-)Anbieter zu wechseln, und machen es seriösen Konkurrenten unnötig schwer.

Solange die Konsumenten neue Anbieter bloss mit schlechtem Service und Tricksereien in Verbindung bringen, Ex-Monopolisten wie die Swisscom jedoch mit Qualität und Kundendienst, wird sich das Gleichgewicht nicht verschieben. Wenn der Wettbewerb spielen soll, dann muss der Staat dafür sorgen, dass schwarze Schafe möglichst früh aussortiert werden. Nur so haben seriöse Anbieter eine Chance. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.12.2009, 04:00 Uhr

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1 Kommentar

Josef Strickler

04.01.2010, 18:26 Uhr
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Gratulation zu diesem Artikel. Auch ich bin 2mal telfonisch angerufen worden. Einen guten Tip zum weitergeben: Verlangen sie zuerst die Vertragsunterlagen über die E-Mail Adresse und sagen sie, sie sollen 1 Woche später wieder anrufen. Ich bekam auf jeden Fall keine Unterlagen. Beim 2. Anruf die Antwort: ich müsse schriftlich den Antrag stellen. Es hat schon jemand angerufen: schon? Tschüss! Antworten