Sean Simpson ist die richtige und logische Wahl
Von Simon Graf. Aktualisiert am 16.10.2009
Simon Graf.
Drei Wochen nachdem der Eishockeyverband hatte bekannt geben müssen, dass die Verhandlungen mit Arno Del Curto gescheitert sind, präsentierte er mit Sean Simpson den neuen Nationalcoach. Sicher, es wäre spannend gewesen, nach Ralph Krueger dessen Antithese Del Curto zu erleben. Doch Simpson ist keine Ersatzlösung, sondern die richtige und logische Wahl. Er verhalf dem Schweizer Eishockey mit dem ZSC-Triumph in der Champions League und dem Sieg über Chicago zu hohem internationalem Ansehen und legte damit seine Reifeprüfung ab. Er verstand es meisterlich, sein Team auf die Gegner aus unterschiedlichen Eishockeykulturen vorzubereiten. Und genau das ist der Job eines Nationaltrainers. Simpson ist ein Tüftler, der auf jedes Detail achtet und eine Mannschaft auf den Punkt einstellen kann.
Man kann sich fragen, ob es nicht ein Risiko ist, ihn gleich mit einem Vierjahresvertrag zu binden. Doch Simpsons Laufbahn zerstreut diese Bedenken. Er steht für Langlebigkeit. In 17 Trainerjahren war er nur für drei Organisationen tätig: für Zug (93 bis 99, 03 bis 08), die Anschutz-Gruppe (München und Hamburg, 99 bis 03) und den ZSC (08 bis 10). Das zeigt, dass er ein Trainer ist, der sich ganz mit seinem Job identifiziert und nicht nach links und rechts schielt. Und dass er sich nicht so schnell abnützt. Simpson pflegt eine gewisse Distanz zu den Spielern zu wahren und das Geschehen ganz sachlich zu betrachten. Das wird er auch als Nationalcoach nicht anders halten. Und das dürfte ihn davor schützen, sich in Konflikte zu verstricken wie Ralph Krueger mit Reto von Arx oder Marcel Jenni. Zudem steht Simpson für ein aktives, angriffiges Eishockey. Laufen sei die grösste Qualität der Schweizer, also werde er sie laufen lassen, kündigte er an. So schlug der ZSC die Crème de la Crème des europäischen Klubeishockeys. Und so ist auch eine WM-Medaille möglich. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.10.2009, 04:00 Uhr


