Teures Bier vergällt das Geschäft
Von Liliane Minor. Aktualisiert am 06.07.2010 8 Kommentare
Liliane Minor
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300'000 Liter Bier sind am Züri-Fäscht verkauft worden – und dennoch ärgert sich OK-Präsident Robert Kaeser über Coop, weil der Grossverteiler den halben Liter Bier für bloss 50 Rappen anbot. An den Festständen kostete das Bier satte 5.50 Franken.
Vordergründig geht es bei der Klage um den Abfall: Wer am Züri-Fäscht ein Getränk kaufte, musste 2 Franken Pfand bezahlen. Coop habe mit der Bieraktion die Bemühungen um ein sauberes Fest unterlaufen, behauptet Kaeser. Das mag etwas haben. Das Züri-Fäscht-OK muss sich aber erst einmal an der eigenen Nase nehmen. Man hätte mit Coop im Voraus das Gespräch suchen müssen. Dann hätte sich die Depotfrage regeln lassen. Das ist aber wohl gar nicht der wahre Grund für den Ärger der Standbetreiber und der Festorganisatoren. Der Punkt ist vielmehr: Coop funkte ihnen mit der Bieraktion ins Geschäft. Darüber zu klagen, ist naiv. Man kann schlicht nicht davon ausgehen, dass ein nationaler Grossverteiler seine Aktionen nach einem lokalen Fest richtet – auch wenn es das grösste Fest der Schweiz ist.
Überdies muss sich das Fest-OK die Frage stellen, ob ein Preis von 5.50 für ein Bier und 5 Franken für einen Softdrink noch angemessen ist. Natürlich müssen die Standbetreiber auf den Umsatz achten, damit das Geschäft stimmt. Immerhin wird der Anlass zu einem Teil auch aus den Einnahmen der Stände finanziert. Einen grossen Umsatz kann man aber auch erzielen, indem man Preise verlangt, die konkurrenzfähig und für die Festbesucher erschwinglich sind.
Das gilt umso mehr für ein Fest, das von zahllosen jungen Leuten besucht wird. Und diese taten am Züri-Fäscht das, was sie immer tun: Sie kauften sich ihre Getränke dort, wo sie es sich leisten können. Genauso wie viele von ihnen trotz aller Stände mit exotischem Essen dennoch im McDonald’s ihren Burger verdrückten. Das ist ihr gutes Recht.
Der Bierkonflikt wirft aber eine viel grundsätzlichere Frage auf: ob es sinnvoll ist, dass Bier derart billig verschleudert werden darf. Denn damit werden Junge geradezu zum Saufen verführt. Diese Frage hat allerdings nicht das Züri-Fäscht zu beantworten, sondern die Politik. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 05.07.2010, 21:37 Uhr
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wieso soll das bier nicht so "billig verschleudert" werden ? solange eine auswahl softdrinks zum gleichen und z.b wasser billiger am gleichen ort erhaeltlich ist. Was soll sich die politik da einmischen ? das resultat waer absehbar - es kann nur eine teure sache geben. Lasst mal den markt wirken, vielleicht gibt es schon beim naechsten fest staende mit normalen preisen, ein anfang ist da Antworten
@Mueller: Da Sie wohl aus einem Land stammen die über keinen Umlaute verfügen, erkläre ich Ihnen gerne den Sachverhalt. Jugendliche Komatrinker sind durchaus ernstzunehmendes Problem. Je billiger der Alk, je mehr Rauschtrinker gibts, desto mehr Gewalt und Vandalismus sind die Folge. Antworten



