Tiere sind kein Stückgut
Von Felix Maise. Aktualisiert am 02.03.2010 2 Kommentare
Felix Maise.
Diesen politischen Brückenschlag gibt es nur selten: SVP-Bauern und Tierschützer haben gemeinsam das Verbot von Transporten von Schlachttieren quer durch die Schweiz im Tierschutzgesetz verankert. Fast einstimmig hat der Nationalrat das Verbot bekräftigt, das bereits seit Jahren besteht. Es trifft ausschliesslich ausländische Schlachtviehhändler und -transporteure: Diese müssen die Schweiz umfahren auf ihren manchmal über 2000 Kilometer langen Routen von den Aufzuchtgebieten der Tiere im Norden und Osten Europas in die Schlachthöfe Südeuropas.
Bei den tagelangen Fahrten quer durch Europa herrscht das reine Profitdenken: Je höher die Stückzahl auf einem Transport, desto grösser der Gewinn. Schafe etwa werden deshalb in mehrstöckigen Camions transportiert.
Hauptursache für die auch in manchen EU-Ländern umstrittenen, für die Tiere oft qualvollen Langstreckentransporte ist die verfehlte, immer arbeitsteiligere EU-Agrarpolitik. Die Tiere werden nicht dort geschlachtet, wo sie aufgezogen und gemästet wurden, sondern dort, wo der Schlachtpreis am besten ist. Und da der Transport von lebenden Tieren billiger ist als der von gekühltem Fleisch, müssen Millionen von Schweinen, Rindern, Schafen und Pferden auf dem Weg zur Schlachtbank leiden. Seit 2007 ist zwar eine neue europäische Gesetzgebung in Kraft. Doch an den Maximaltransportzeiten wurde nichts geändert, und durchgesetzt werden die neuen Vorschriften kaum: Zu gross sind innerhalb der EU die Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten in Sachen Tierschutz.
Entsprechend gross ist der Druck der EU auf die Schweiz, im Zeichen des freien Warenverkehrs das Transitverbot aufzuheben. Der Bundesrat war in den Verhandlungen zum Veterinärabkommen zum Nachgeben bereit. Erst nach Protest von Tierschützern und Bauern, die sich in der Schweiz an eine Höchsttransportzeit von sechs Stunden halten müssen, verteidigte er das Transitverbot. Im Rahmen des Agrarfreihandelsabkommens wird die EU das Transitverbot erneut anfechten. Der Nationalrat hat jetzt ein klares Zeichen gesetzt, dass es nichts zu verhandeln gibt. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 02.03.2010, 10:07 Uhr
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2 Kommentare
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Lebendtransporte gehören sowieso verboten. Wer als Mensch zu so etwas ja sagt, disqualifiziert sich meiner Ansicht nach genau dadurch als Mensch. Es ist entsetzlich, wie wir mit den Tieren umgehen. Auch und nicht zuletzt in der Fleischindustrie oder im Versuchsbereich. Antworten
Die Sache ist ja nicht schlecht und ich bin ansich schon total gegen solche Transporte. Sollte die EU aber ihren Druck erhöhen und die Schweiz gibt letztendlich (wie leider fast immer und in allen Belangen) nach, so sollte sie eine feste Zwischenstation einrichten in der die Tiere eine Pause mit Wasser und Futter bekommen und tierärztlich untersucht werden. Die Kosten sollen zu Lasten der EU gehen Antworten



