Meinung

Untauglich für das S-Bahn-Land Schweiz

Aktualisiert am 03.08.2010 1 Kommentar

René Lenzin.

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Teurere Billette für volle Züge, günstigere Billette für schlechter besetzte Züge; unterschiedliche Tarife für Regional-, Schnell- oder Intercityzüge: Die SBB-Chefs denken laut über differenzierte Preise nach. So wollen sie die Passagierströme besser lenken und die Einnahmen erhöhen. Nun zeigt eine Studie, dass solche Anreizsysteme entweder wenig bringen oder negative Nebeneffekte haben. Allerdings hätte es diese Studie gar nicht gebraucht, um die Idee zu verwerfen.

Der Erfolg der Bahn beruht auf einem dichten Fahrplan, pünktlichen Zügen – und auf einem einfachen Tarifsystem, das sich am Prinzip «Ein Billett für eine Strecke» orientiert. So raffiniert differenzierte Tarife in der Theorie scheinen, in der Praxis würden sie bloss Ärger verursachen. Bei den Kunden, die herausfinden müssten, mit welchem Billett sie welchen Zug nehmen dürfen. Und bei den SBB, welche die Tarife mit grossem Aufwand erklären und mit einer massiven Zunahme reklamierender Passagiere rechnen müssten. Auch wenn der Fahrpreis automatisch übers Handy abgerechnet würde, will der Kunde vorher wissen, was es kostet – oder er reklamiert nachher, weil es teurer war als bei der letzten Fahrt.

Die SBB argumentieren mit ausländischen Bahnen, um ihre Pläne zu rechtfertigen. Doch das S-Bahn-Land Schweiz mit kurzen Strecken und hohen Frequenzen lässt sich kaum mit Hochgeschwindigkeitsländern wie Deutschland, Frankreich oder Italien vergleichen. Deren unterschiedliche Tarife gehen zudem häufig mit kaum wünschbaren Qualitätsunterschieden zwischen regionalen und nationalen Zügen einher.

Das heisst nicht, dass die SBB-Tarife in Stein gemeisselt sind. Preiserhöhungen müssen ebenso möglich sein wie eine weitere Ausdifferenzierung der Kilometertarife für stark und weniger stark befahrene Strecken. Sinnvoll sind auch einfach kommunizierbare Rabatte wie die Tageskarte nach 9?Uhr. Der Schritt vom allgemeingültigen Billett zum Fahrschein für nur noch gewisse Züge wäre hingegen kontraproduktiv.

Erstellt: 03.08.2010, 22:52 Uhr

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1 Kommentar

Wolfgang Erschwil

04.08.2010, 10:42 Uhr
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ja, die Kunden müssen über das Internet oder die telefonische Auskunft fragen, welcher Zug am billigsten Ist. Beim Telefonieren ist man gleich ein paar Franken los, und wenn ich über das Internet gehe dann ist vielmals der Server überlastet, wie z.B. gestern da hatte mein Bekannter nach 30 Minuten die Nase vol, als er eine Fahrkarte kaufen wollte. Antworten