Amerikaner sträuben sich gegen Obamas Gesundheitsreform

Aktualisiert am 20.07.2009
Der amerikanische Präsident arbeitet seit seinem Amtsantritt an einer staatlichen Pflicht-Krankenkasse. Doch sein Rückhalt beim Volk schwindet kontinuierlich.
Gemäss einer neuen Umfrage befürworten erstmals weniger als die Hälfte der US-Bürger die Reform. Nur 49 Prozent der Befragten sprachen sich demnach für die Reform mit geschätzten Kosten von mehr als einer Billion Dollar aus. Gegen die Reform sind nun 44 Prozent, wie aus der am Montag in der «Washington Post» und ABC News veröffentlichten Umfrage hervorgeht.

Im April hatte die Zustimmung noch 57 Prozent betragen, 29 Prozent hatten die Pläne abgelehnt. Die Umfrage hat eine Fehlerquote von drei Prozent.

Kernanliegen des Präsidenten

Die Reform gehört zu den Kernvorhaben Barack Obamas. Die Kosten im amerikanischen Gesundheitswesen liegen bei 2,5 Billionen Dollar im Jahr und damit pro Kopf höher als in jedem anderen Land. Trotzdem sind von den 305 Millionen Einwohnern 47 Millionen ohne Krankenversicherung.

Verschiedene Ausschüsse des Kongresses beraten derzeit über Entwürfe der Reform, die unter anderem erstmals die Einführung einer allgemeinen staatlichen Versicherung auf Bundesebene vorsieht. Allerdings formiert sich unter den Republikanern wie auch unter gemässigten Demokraten Widerstand.

Kritiker befürchten Belastungen für kleinere Unternehmen, ein grösseres Haushaltsdefizit und eine schlechtere Versorgung für viele Bürger. Ob das Gesetz in diesem Jahr noch verabschiedet werden kann, ist unklar.

(oku/sda)

Erstellt: 20.07.2009, 14:28 Uhr

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