Jetzt enteignet Chávez bereits Touristen-Anlagen

Aktualisiert am 15.10.2009
Die venezolanische Regierung hat das Hilton auf der zu Venezuela gehörenden Karibik-Insel Margarita verstaatlicht. Mit seltsamer Begründung.

Das Hotel habe den Südamerika-Afrika-Gipfel auf Margarita behindert, sagte Staatschef Hugo Chávez. Bei der Durchführung des Treffens sei eine Unmenge von Genehmigungen notwendig gewesen. «Sie wollen dem revolutionären Staat Bedingungen aufzwängen, und das werden wir nicht zulassen», sagte Chávez am Mittwoch. An dem Treffen auf der vor allem bei Touristen beliebten Insel vor Venezuela hatten Ende September in Porlamar rund 30 Staatschefs aus Afrika und Südamerika teilgenommen. Für die Konferenz waren auch mehrere Ferienanlagen der Insel genutzt worden.

Die Leitung der «Margarita Hilton Suites» soll nun von einer venezolanischen Hotelkette übernommen werden. Die Ferienanlage besteht unter anderem aus 280 Zimmern, 56 Suiten, Restaurants und einem Kasino.

Wie Öl und Telekom

Die Hilton-Gruppe erklärte, man prüfe derzeit noch, inwieweit die Ankündigung von Chavez die eigenen Interessen betreffe. Die staatliche Genehmigung für den Hotelbetrieb war erst in den vergangenen Tagen ausgelaufen. Bereits zuvor hatte die Hilton-Gruppe Lizenzen für zwei Hotels in Venezuela verloren.

Chávez hat in den vergangenen zehn Jahren einen aggressiven Nationalisierungskurs und zahlreiche Wirtschaftszweige unter seine Kontrolle gebracht - darunter den Ölsektor, den Telekommunikationsbereich sowie Metallfirmen.

(cpm/sda)

Erstellt: 15.10.2009, 06:46 Uhr

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