Bei drei Explosionen in einem belebten Viertel der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind fünf Menschen verletzt worden. Ein Iraner habe Granaten bei sich getragen und bei einer der Detonationen beide Beine verloren, sagte ein Polizeisprecher. Ein zweiter Iraner wurde abends am Flughafen von Bangkok festgenommen. Israel schloss einen Zusammenhang mit dem Anschlag auf israelische Diplomaten in Indien und dem fehlgeschlagenen Attentat in Georgien am Montag nicht aus.
Sicherheitskräfte hätten weiteren Sprengstoff in dem gemieteten Haus des Täters gefunden. Doch es sei noch unklar, auf welche Ziele Anschläge hätten verübt werden sollen.
Bei einer der Explosionen wurde Polizeiangaben zufolge ein Taxi beschädigt. Eine Granate sei hochgegangen, als der Täter die mehrspurige Strasse Sukhumvit Soi 71 hinuntergegangen sei. Bei der Detonation vor einer thailändischen Schule sei ein Telefonhäuschen beschädigt worden.
Untersuchungsgegenstand: Dunkler Rucksack
Auf Fotos war der Iraner mit Russ bedeckt und abgetrennten Beinen inmitten von Glasscherben auf dem Trottoir vor der Schule zu sehen. Das Bombenentschärfungskommando untersuche einen dunklen Rucksack, der unweit des Tatorts gefunden worden sei und in dem sich ein iranischer Ausweis befunden habe, sagte die Polizei.
Drei thailändische Männer und eine Frau wurden ins Krankenhaus gebracht. Bei der dritten Explosion in einem gemieteten Haus auf derselben Strasse wurde niemand verletzt.
Polizeiangaben zufolge hatten der Iraner und zwei noch nicht identifizierte Ausländer ein Haus in der Hauptstadt gemietet. Die Einwanderungspolizei versuche derzeit, die Bewegungen des Täters in den vergangenen Wochen zu rekonstruieren. Doch erste Berichte liessen darauf schliessen, dass der Mann zumindest am 8. Februar von dem südlichen Touristenort Phuket nach Bangkok gereist sei.
Im Januar war ein Mann mit libanesischer und schwedischer Staatsbürgerschaft und mutmasslichen Verbindungen zur Hizbollah von der thailändischen Polizei festgenommen worden. Er führte die Beamten zu einem Depot, in dem mehr als 4000 Kilogramm Harnstoffdünger und mehrere Liter flüssiges Ammoniumnitrat gelagert waren.
Israel und die Vereinigten Staaten riefen damals ihre Bürger zur Wachsamkeit in der thailändischen Hauptstadt auf. Doch thailändische Behörden erklärten, Thailand scheine nur Waffenversteck, aber kein Anschlagsziel von Terroristen zu sein. Der Polizei zufolge war der bei der heutigen Explosion Verletzte nicht derselbe Mann, nach dem die Behörden im Rahmen ihrer Ermittlungen im Januar gesucht hatten.
Israel schliesst Zusammenhang mit Anschlägen am Montag nicht aus
Am Montag hatten Terroristen israelische Diplomaten in Indien und Georgien ins Visier genommen. Israel machte umgehend den Iran oder dessen Verbündete für den Bombenanschlag auf das Auto eines Diplomaten in Delhi und den versuchten Anschlag vor der israelischen Botschaft in der georgischen Hauptstadt Tiflis verantwortlich. Das israelische Aussenministerium schloss nicht aus, dass die Explosionsserie in Bangkok nicht auch auf Israelis abzielte.
Der israelische Aussenministeriumssprecher Yigal Palmor sagte, es gebe keine Anzeichen, dass bei den Explosionen in Bangkok Israelis oder Juden im Visier gewesen seien, «aber wir können nichts ausschliessen».
Israel hat die Alarmstufe im Land erhöht, besonders auf öffentlichen Plätzen, bei ausländischen Botschaften und auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion.
Ausserhalb der Unruheregion im Süden des Landes ist es in Thailand bisher kaum zu terroristischen Anschlägen gekommen.
(mrs/dapd)
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