Normalerwesie idyllisch: Ein Strand auf Guadeloupe. Bild: WireImage
Demonstranten auf der Karibikinsel Guadeloupe errichteten am Montag mehrere Sperren auf wichtigen Strassenverbindungen. Einsatzkräfte versuchten, die Strassensperren abzubauen, wie die Behörden mitteilten. «Die Protestbewegung erschöpft sich nicht, sondern weitet sich aus», erklärte die Dachorganisation LKP, die den seit vier Wochen dauernden Generalstreik in den französischen Verwaltungsgebieten anführt.
Offenbar wolle Frankreich Einwohner der Insel töten, erklärte die Organisation weiter, nachdem die Polizei am Wochenende Verstärkung aus dem Mutterland bekommen hatte.
Über zehn Millionen Schaden
Der französische Staatssekretär für Tourismus, Hervé Novelli, schätzte den Verlust für die Reisebranche, der durch den Generalstreik auf der Ferieninsel entsteht, auf «mehr als zehn Millionen Euro».
Die Regierung wolle sich am Dienstag mit den Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften absprechen und erreichen, dass Touristen ihre Reisen auf einen späteren Zeitpunkt umbuchen können.
Hotels mehrheitlich leer
Der Hotelverband nannte die Lage «katastrophal». Während die Hotels um diese Zeit normalerweise zu 90 bis 100 Prozent ausgelastet seien, stünden sie derzeit zu 70 bis 80 Prozent leer, sagte der Verbandsvorsitzende Nicolas Vion.
Ein Ende der Krise war nicht abzusehen: Während die Dachorganisation LKP auf Guadeloupe derzeit überhaupt keine Verhandlungen führt, brachen die Protestführer auf der Nachbarinsel Martinique die Gespräche am Wochenende ab.
Das öffentliche Leben steht still
Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hatte am Freitag angekündigt, er wolle «unverzüglich» einen mehrere Ministerien umfassenden Rat einsetzen, der sich mit der explosiven Lage auf den Karibikinseln befasst.
In den beiden französischen Verwaltungsgebieten, die vor allem vom Tourismus leben, steht das öffentliche Leben praktisch still, weil die Einwohner aus Protest gegen die teuren Lebenshaltungskosten im Generalstreik sind.
(se/sda)