Berlusconi wünscht sich Israel in der EU

Aktualisiert am 01.02.2010
Bei einem Besuch in Israel hat Italiens Ministerpräsident Silvio sich «einen der grössten Freunde Israels» genannt. Die Siedlungspolitik des Landes sieht er freilich kritisch.
Feierliche Begrüssung: Berlusconi (l.) mit Premier Benjamin Netanyahu am Montag in Jerusalem. Bild: KEYSTONE/AP

Dass Israel der Europäischen Union beitrete, ies sei sein grösster Wunsch, solange er in der Politik aktiv sei, sagte der 73-jährige Regierungschef zum Auftakt eines dreitägigen Besuchs in Israel. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würdigte Berlusconi als «einen der grössten Freunde Israels» und sprach von einem «historischen Besuch».

Berlusconi wird wie, zuvor der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, die seltene Ehre zuteil, auch vor dem Parlament sprechen zu dürfen. Berlusconi ist gemeinsam mit sieben Kabinettsmitgliedern nach Israel gereist. Die erste gemeinsame israelisch-italienische Kabinettssitzung ist an diesem Dienstag geplant.

Lobende Worte – nach öffentlicher Kritik

Berlusconi hatte nach der Begrüssungszeremonie mit militärischer Ehrengarde seine «grosse Freundschaft und Liebe für Israel und deren Menschen» hervorgehoben. Zuvor hatte der italienische Ministerpräsident in einem Gespräch mit der israelischen Tageszeitung «Haaretz» die israelische Siedlungspolitik als «Hindernis für den Frieden» kritisiert.

«Als Freund, mit der Hand auf dem Herzen, möchte ich dem Volk und der Regierung Israels sagen, dass die Fortsetzung dieser Politik ein schlechter Handel ist», war Berlusconi zitiert worden. Die Entscheidung Netanjahus zu einem zehnmonatigen Baustopp im Westjordanland würdigte er allerdings als mutig.

(raa/sda)

Erstellt: 01.02.2010, 17:22 Uhr

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