Warnung an die Kritiker aus dem Ausland: Mahmoud Ahmadinejad. Bild: KEYSTONE/AP
Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat die USA und Grossbritannien aufgefordert, sich aus den inneren Angelegenheiten seines Landes herauszuhalten. Mit ihren «voreiligen Äusserungen» zur Präsidentenwahl würden beide Länder «nicht in den Kreis der Freunde der Islamischen Republik» gelangen, sagte Ahmadinejad am Sonntag bei einem Treffen mit Geistlichen und Gelehrten einer Meldung der Nachrichtenagentur Isna zufolge. Er rate daher den USA und Grossbritannien, ihre Bemerkungen zurückzunehmen.
Mottaki: Agenten manipulieren Resultat
Der iranische Aussenminister Manuchehr Mottaki sprach im iranischen Staatsfernsehen von britischen Geheimdienstagenten, die im Vorfeld der Präsidentenwahl in den Iran gereist seien und die Abstimmung manipuliert haben könnten.
Neben Grossbritannien kritisierte er auch Deutschland und Frankreich für deren Äusserungen zur Wahl. Das britische Aussenministerium wies umgehend den Komplottvorwurf zurück, hinter den Protesten im Iran zu stecken.
Larijani will Beziehungen prüfen
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel forderte in Berlin unterdessen eine Neuauszählung der Stimmen bei der Präsidentschaftswahl sowie die Einhaltung der Menschenrechte.
Der iranische Parlamentspräsident Ali Larijani hatte zuvor einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland, Frankreich und Grossbritannien ins Gespräch gebracht. Er habe den Parlamentsausschuss für Aussen- und Sicherheitspolitik aufgefordert, die Beziehungen zu den drei europäischen Ländern zu überprüfen.
Wahlbetrug vermutet
Bei der umstrittenen Präsidentenwahl war Amtsinhaber Ahmadinejad mit einem überraschend deutlichen Ergebnis zum Sieger erklärt worden. Die Opposition vermutet Wahlbetrug und fordert eine Wiederholung der Abstimmung. Bei erneuten Protesten gegen die Wahl kamen nach Angaben des Staatsfernsehens am Wochenende mindestens zehn Menschen ums Leben.
(cpm/ap)