Vergeltung: Israel bombardiert Gazastreifen

Aktualisiert am 19.03.2010
Nach einem Raketenbeschuss durch radikale Palästinenser hat die israelische Luftwaffe in der Nacht mehrere Ziele im Gazastreifen bombardiert. Im Visier waren Schmugglertunnel und eine Giesserei.
Israelische Luftwaffe startete Gegenangriff: Krater in einer Werkstatt in der Stadt Gaza. Bild: KEYSTONE/AP

Kampflugzeuge griffen nach Angaben von Hamas-Vertretern und Augenzeugen an sechs verschiedenen Orten im Gazastreifen an, darunter drei Schmugglertunnel an der Grenze zu Ägypten und eine Giesserei in der Stadt Gaza. Bei den Angriffen auf die Tunnelanlagen seien mindestens zwei Zivilisten verletzt worden. Die israelische Armee gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Gestern war erstmals seit dem Gaza-Krieg ein Mensch in Israel durch einen Raketenangriff radikaler Palästinenser ums Leben gekommen. Bei dem Toten handelt es sich um einen thailändischen Gastarbeiter in der Kooperative Netiv Ha'asara nahe dem Gazastreifen. Der israelische Vize-Ministerpräsident Silvan Schalom kündigte daraufhin Vergeltung an.

Zu dem Anschlag bekannte sich die bislang unbekannte Gruppe Ansar al-Sunna sowie die Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden, ein radikaler Flügel der Fatah-Bewegung von Palästinenser-Präsident Mahmus Abbas. Das Kommando über den Gazastreifen hat die rivalisierende Hamas.

Netanjahu telefoniert mit Clinton

Unterdessen rief Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu US-Aussenministerin Hillary Clinton an. Bei dem Telefongespräch hätten sich beide Politiker auf konkrete vertrauensbildende Massnahmen geeinigt, um die «Atmosphäre in Hinsicht auf einen Fortschritt im Friedensprozess zu verbessern», sagte US-Aussenministeriumssprecher Philip Crowley in Moskau.

Dort hielt sich Clinton unter anderem wegen der für Freitag geplanten Gespräche des Nahost-Quartetts auf. Die USA würden nun die Aussagen Netanjahus prüfen, sagte Crowley.

Die USA und Israel lagen wegen der israelischen Siedlungsaktivitäten im Streit. Clinton hatte nach der Bauankündigung von Netanjahu eine «formelle Antwort» auf die US-Kritik an dem Projekt gefordert.

(bru/sda)

Erstellt: 19.03.2010, 06:55 Uhr

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