Elfer der Emotionen

Von Thomas Borowski, Las Palmas . Aktualisiert am 11.02.2012
Mit dem Cabriolet erweitert Porsche die neue 911-Baureihe um einen zukünftigen Klassiker.
Sprinter und Cruiser: Das neue 911-Carrera-Cabrio begeistert durch seine sportliche Lässigkeit.

Bei Porsche dreht sich das Neuheiten-Karussell in forschem Tempo: Im November erst stellten die Zuffenhausener das neue 911-Coupé vor, letzte Woche standen erste Testfahrten mit dem Panamera GTS auf dem Programm, gefolgt von der Fahrvorstellung des 911er-Cabriolets in dieser Woche, und bereits Anfang März wird die neue Boxster-Generation am Auto-Salon in Genf präsentiert. Trotz dem Innovationsdrang, welcher Porsche derzeit vorantreibt, lassen es sich die Verantwortlichen nicht nehmen, ihre neusten Kreationen und die darin verpackten Technikneuheiten ausgiebig zu erläutern.

August Achleitner jedenfalls, Leiter der 911-Baureihe, erklärt die Vorzüge des neuen Carrera-Cabriolets in aller Ruhe: «Wir schicken mit dem neuen Cabrio die vielleicht schönste 911-Modellvariante an den Start, die noch nie so sportlich, sparsam und komfortabel war.» Mit ein paar Kennzahlen macht er die Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger deutlich: «Wir haben bei Carrera und Carrera S die Leistung um 5 respektive 15 PS gesteigert, aber das Gewicht um bis zu 60 Kilogramm und den Verbrauch um bis zu 15 Prozent gesenkt.»

So sportlich wie das Coupé

Noch stolzer ist der 911-Chef aber auf das Faltdach, welches sich auf Knopfdruck in nur 13 Sekunden und bis Tempo 50 platzsparend in Z-Form hinter die Rückbank faltet. Das Dach besteht neu aus vier mit Stoff überspannten Magnesiumplatten. Was das bringt, erklärt Achleitner so: «Dank dieser Konstruktion bleibt die Coupé-Linie bei geschlossenem Dach vollständig erhalten.» Die sich bei hohen Tempi aufblähende Stoffmütze gehört der Vergangenheit an. Aber echte 911-Cabriofans haben das Verdeck sowieso bei jeder sich bietenden Gelegenheit offen. Denn dank einem in nur zwei Sekunden auf Knopfdruck aufschnellenden Windschott bleibt die Frisur selbst bei Tempi über 200 Stundenkilometern in Ordnung.

Das beweist der Test auf der Rennstrecke. Hier zeigt das Cabrio in eindrücklicher Manier, dass es dem Coupé in Sachen Sportlichkeit in nichts nachsteht. Dank dem um zehn Zentimeter verlängerten Radstand, der um fünf Zentimeter verbreiterten Vorderachsspur und der auf Knopfdruck zuschaltbaren elektronischen Helfer zirkelt der offene 911 haarscharf um Kurven, ohne auch nur einen Millimeter von der eingeschlagenen Spur abzuweichen. Währenddessen zeigt eine digitale «G-Force»-Anzeige im 911-Cockpit bildlich an, was man physisch längst in der Magengegend spürt: Fliehkräfte lassen sich auch im Cabriolet à discretion erzeugen.

Basispreise gesenkt

Beim Cruisen auf der Landstrasse kommt dann Musse auf, alle sieben Gänge auszufahren, das neue Stopp-Start-System und die benzinsparende «Segel»-Funktion zu testen sowie das luxuriöse Interieur zu geniessen. Präzise vernähtes Echtleder, formschöne Metallzierteile und eine übersichtliche Armaturentafel mit den typischen Rundinstrumenten verbreiten, logisch, Porsche-Feeling pur. Wem das nicht genügt, der wählt aus der Optionenliste solch Spielereien wie die Sportsitze Plus mit der 18-Wege-Einstellung oder das Soundsystem von Burmester und Bose mit zwölf Lautsprechern und einer Gesamtleistung von 800 Watt.

Solche Extras sind beim in der Schweiz ab Anfang März erhältlichen 911 Cabriolet erschwinglicher als zuvor. Denn im Vergleich zum Vorgängermodell hat Porsche Schweiz die Cabrio-Basispreise beim neuen Carrera um 11 800 respektive beim Carrera S um 13 400 Franken gesenkt. Anscheinend hat Porsche auch bei der Preisgestaltung eine neue Gangart gewählt.

Thomas Borowski fuhr das 911 Cabriolet auf Einladung von Porsche Schweiz am 8./9. Februar auf Gran Canaria.

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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.02.2012, 06:00 Uhr

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