Zwei Weltmeister und ein McLaren: Lewis Hamilton (links) und Jenson Button präsentierten am Donnerstag den Supersportler McLaren MP4-12C. Bild: McLaren
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Egal, ob als Teamchef oder als Unternehmenschef: Der Brite Ron Dennis ist kein Mann der leisen Töne. So liess er am Donnerstag bei der Präsentation des neuen McLaren-Supersportlers MP4-12C nicht nur zwei britische Formel-1-Weltmeister auftreten, sondern er kündigte auch gleich «pro Jahr ein neues Modell» an.
Zwar dauert es noch rund ein Jahr, bis die Briten den Supersportler an den Start bringen, doch Dennis macht mit klugen PR-Aktionen schon jetzt viel Lust auf den ersten eigenen Renner seit dem Aus für den McLaren F1 im Jahr 1998. Doch es sind nicht nur die Versprechungen von Dennis, die Lust machen, sondern vor allem die bisher bekannten Daten und Fakten.
V8-Motor mit 600 PS
Denn wie beim F1 in den 90er-Jahren vertrauen die Briten bei dem neuen Zweisitzer auf ein besonders steifes und nur gerade 80?Kilogramm schweres Kohlefasermonocoque, das vorne und hinten von Crashelementen aus Aluminium ergänzt wird. «Damit garantieren wir höchste Stabilität, geringes Gewicht und ein enorm hohes Sicherheitspotenzial», liessen die Techniker verlauten.
Und das braucht der MP4-12C. Denn für den Wiedereinstieg in die Liga der Supersportler – die Briten positionieren ihren Renner gegen den Ferrari 458 Italia, den Porsche 911 Turbo, den Lamborghini Gallardo, den Audi R8 und den Aston Martin DB9 – hat McLaren ein neues Triebwerk entwickelt: Einen 3,8 Liter grossen V8, der dank Biturbo-Aufladung 600 PS und ein maximales Drehmoment von über 600 Newtonmeter bereitstellen soll. Zu welchen Fahrleistungen diese Werte dem Renner verhelfen, wollen die Briten erst bei ihrer nächsten Präsentation bekannt geben. Immerhin reklamieren sie aber schon jetzt «den geringsten Verbrauch und die niedrigste CO2-Belastung in dieser Klasse».
Die immense Kraft überträgt der Mittelmotor über ein 7-Gang-Direktschaltgetriebe. Auch das profitiert natürlich vom Knowhow aus der Formel 1 – denn der Fahrer kann die Kraft mittels verschiedenen Fahrprogrammen per Knopfdruck dosieren oder nachschärfen und an die Hinterachse leiten.
Mindestens 200?000 Franken
Weil man auf den 3,8-Liter-V8 so stolz ist, gibt McLaren den Blick auf den Maschinenraum dank einer transparenten Abdeckung – der Audi R8 lässt grüssen –, ebenfalls frei. Damit hat es sich aber mit Design-Spielereien, denn ansonsten wurde der MP4-12C ganz nach dem Motto «form follows function» gezeichnet – was Aerodynamik oder Fahrdynamik nicht verbessert, wurde eliminiert.
Auch im Cockpit wähnt man sich auf den ersten Blick eher in einem Rennwagen als in einer Lounge. Trotzdem müssen zukünftige McLaren-Fahrer, die mindestens 200?000 Franken investieren müssen, nicht auf Komfort verzichten: Navigation, Highend-Soundsystem, Klimaanlage und sogar Parksensoren sind mit an Bord. 1000 MP4-12C will Ron Dennis pro Jahr verkaufen, zwei sind schon reserviert: «Wenn Lewis und Jenson Rennen gewinnen, kriegen sie beide einen gratis.»
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )