Ich sehe die Rehabilitation Bavauds eher skeptisch: Attentate sind reine Selbstjustiz und daher moralisch höchst fragwürdig. Niemand besitzt die Legitimation ein Todesurteil auf eigene Faust zu vollstrecken, selbst wenn es sich um eine (für die Nachwelt) "Bestie" wie Hitler handelte. Vor allem konnte Bavaud 1938 noch gar nichts Definitives vom späteren Unheil Hitlers (Krieg, Holocaust) wissen.
xx guastafeste 06.11.2008, 19:36 Uhr
die deutschen hätten es sehen müssen ,die schweiz hat des geldes wegen weg gesehen geschwiegeneigentlich gehören die damaligen bundesräte heute angeklagt und verurteilt.
Gottfried Stutz 06.11.2008, 17:06 Uhr
In was für einer verlogenen Zeit leben wir eigentlich? Da werden die Attentäter und Fahnenflüchtigen von damals heute zu Helden erklärt. Mich widert das an!
Jan Stiefel 06.11.2008, 14:50 Uhr
Man "hätte nicht am Krieg teilnehmen müssen"? Gott segne die Ahnungslosen!Meine Mutter war Polin und 21, als sie für 4 Monate von der Gestapo inhaftiert wurde, weil sie Russisch konnte. Danach wurde sie als Zwangsarbeiterin nach Freising verschickt. Schuften oder Dachau, so hiess es.Das Attentat hätte Tod und Elend für Millionen verhindert. Wer sich nicht verschloss, hat das vorhersehen können.
gigi gallen 06.11.2008, 14:48 Uhr
die "hexe" im glarus wartete zweihundert jahre auf ihre rehabilitierung, die verdingkinder heute noch, ein kompliment an unseren bundespraesidenten und ein aufruf sich noch mehr mit unserer geschichte zu befassen, es gibt sicher noch mehr zu tun !!!
Ronnie Demokrat 06.11.2008, 12:28 Uhr
Typisch Schweiz! Beschämend, aber wäre er reich und nicht nur katholisch gewesen, was dann? Aber es hätte ja Kanonendeals verhindern können. Ist dies das wahre Gesicht der Schweiz?
A. Steiner 06.11.2008, 11:30 Uhr
Ich finde es bedenklich, wenn sich an dieser Stelle Zeitgenossen äussern, die mit Floskeln wie "ich war noch nicht auf der Welt" oder dass die Schweiz nicht am Krieg teilnahm den Attentäter verunglimpfen. Zur Erinnerung: die Rassengesetze wurden 1934 verabschiedet, der Krieg wurde 1939 entfacht. War es weitsichtig, was Bauvaud versucht hat? Ja! Und der Bundespräsident setzt ein richtiges Zeichen.
Markus Berner 06.11.2008, 11:15 Uhr
Ist das die Reaktion Couchepins, Steinbrück eins auszuwischen und ihn an die Zeit seiner Vordenker zu erinnern?
Watch Dog 06.11.2008, 10:18 Uhr
Haben wir sonst keine Probleme? Wenn Pascal Couchepin Zeit für sowas hat, kann die Arbeitsbelastung des Bundesrates nicht so schlimm sein. Und wenn die Bundesverwaltung Zeit hat, so etwas zu bearbeiten, so sehe ich Sparpotential!
@ Ex Post 06.11.2008, 10:17 Uhr
Stimmt natürlich, aber den Gefangenenaustausch hätte die Schweiz dennoch annehmen können. Dann wäre es ihr überlassen gewesen, was sie mit Bavaud gemacht hätte (Freilassung nach dem Krieg?).
Joel Wettstein 06.11.2008, 10:17 Uhr
...im Nachhinein sind wir alle klüger. Gut, den Mann zu rehabilitieren. Aber die Verantwortlichen von damals zu verurteilen ist vor allem für unsere Regierung etwas deplaziert. Herr Rechsteiner kämpft für die Helden von damals und merkt dabei nicht, das er einer der Hauptakteure ist, wenn es darum geht, die Schweiz den neuen Herren in Europa, der EU, zu unterwerfen. Die einen lernen's nie...
k l 06.11.2008, 09:47 Uhr
Christlich ist es nicht, anderen das Leben nehmen zu wollen - und seien sie Hitler. So einfach ist das!
"Du sollst nicht töten." heisst das Gebot.
Die Schweiz war damals nicht Partei im Krieg, sondern neutral. Es wäre der Schweiz besser gegangen, hätte kein Krieg stattgefunden - nur weil einer stattfand, musst man nicht daran teilnehmen, auch als Einzelperson nicht...
Ex Post 06.11.2008, 09:37 Uhr
Rückblickend kann man sich nur wünschen, dass das Attentat gelungen wäre. Aber damals konnte die Schweiz doch nicht einen Attentäter offen unterstützen, wenn sie nicht als Terroristenstaat dastehen wollte. Wie würde sich die Schweiz denn heute verhalten, wenn ein Schweizer ein Attentat auf Mugabe, Kim Jong-Il oder einen anderen üblen Potentaten versuchen würde? Sicher nicht anders!
Ralf Bänziger 06.11.2008, 09:37 Uhr
Es war eine rastlose Zeit, Fröntler gab's überall, und der Bundesrat hat nicht nur geschickt taktiert mit dem kriegerischen Nachbarn. Die damalige Landesregierung schenkte den Zeitgenossen keinen klaren Wein ein. Der Fall Bavaud war den Landesvätern peinlich, weshalb sie es vorzogen, ihn als "Irren" zu entsorgen. Erst 70 Jahre später darauf mit einer Erklärung zu reagieren ist etwas leidlich spät.
Sabrina Meier 06.11.2008, 09:36 Uhr
Aus heutiger Sicht weiss man immer alles besser und man hätte doch (sollen)... aber war es seinerzeit das richtige? Was wusste man zu diesem Zeitpunkt? Ich kann es nicht sagen, ich war damals noch nicht auf der Welt.
Michel Bavaud 06.11.2008, 09:23 Uhr
Oh wie edel von der politischen Schweiz: Zuerst opfert man Bavaud aus politischem Kalkül, posthum ehrt man ihn. Ein Lehrstück über Zivilcourage und Duckmäusertum der Schweizer Politik.
Katharina Graf 06.11.2008, 09:22 Uhr
warum tut sich die Schweiz so schwer, Menschen die aus Gewissensgründen ihr Leben riskieren, um Recht und Ordnung zu bewahren (siehe Hauptmann Grüninger), zu unterstützen. Welch ein grosser spiritueller Verlust.
Nebst allem Anderen, wo bleiben Mitgefühl und Erbarmen????
maurus candrian 06.11.2008, 08:29 Uhr
das statement von couchepin war längst überfällig. danke paul rechsteiner.
Peter B 06.11.2008, 08:15 Uhr
Bravo Herr Rechsteiner das ist eine gute Motion, ist ja nicht alles erhaben von ihnen. Niklaus Meienberg, ich vermisse sie. Solche Personen von Format wie sie oder Dürrenmatt, Frisch fehlen uns heute. Ihr Liberaler Offizier
Bull Terrier 06.11.2008, 08:10 Uhr
Diese geschichte ist Herz-zerreisend und Typisch fuer die CH . Mann haette Bavaud Retten koennen aber nein . Auch hier , einmal mehr, wird Psychiatrie und Psycholgie zur hilfe genommen . Die Moderne INQUISITION tut ihre Heillige Pflicht .
David Meili 06.11.2008, 07:32 Uhr
Ich kenne keinen ernst zu nehmenden Historiker, der die fundierten Recherchen von Klaus Urner in Zweifel zieht. Es ist seltsam, dass zwei Generationen nach seinem Tod Maurice Bavaud zu einer "Symbolgestalt" für unser angeschlagenes Nationalbewusstsein hinaufstilisiert werden soll. Ob der bescheidene Theologiestudent damit einverstanden wäre, können wir nicht mehr in Erfahrung bringen.
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21 Kommentare
Ein Skeptiker 08.11.2008, 13:34 Uhr
xx guastafeste 06.11.2008, 19:36 Uhr
Gottfried Stutz 06.11.2008, 17:06 Uhr
Jan Stiefel 06.11.2008, 14:50 Uhr
gigi gallen 06.11.2008, 14:48 Uhr
Ronnie Demokrat 06.11.2008, 12:28 Uhr
A. Steiner 06.11.2008, 11:30 Uhr
Markus Berner 06.11.2008, 11:15 Uhr
Watch Dog 06.11.2008, 10:18 Uhr
@ Ex Post 06.11.2008, 10:17 Uhr
Joel Wettstein 06.11.2008, 10:17 Uhr
k l 06.11.2008, 09:47 Uhr
Ex Post 06.11.2008, 09:37 Uhr
Ralf Bänziger 06.11.2008, 09:37 Uhr
Sabrina Meier 06.11.2008, 09:36 Uhr
Michel Bavaud 06.11.2008, 09:23 Uhr
Katharina Graf 06.11.2008, 09:22 Uhr
maurus candrian 06.11.2008, 08:29 Uhr
Peter B 06.11.2008, 08:15 Uhr
Bull Terrier 06.11.2008, 08:10 Uhr
David Meili 06.11.2008, 07:32 Uhr