Microsoft-Panne: «Erstaunlich, nein erschreckend»

Aktualisiert am 17.12.2008
Die Sicherheitslücke im Browser Internet Explorer ist ein Desaster für Microsoft, finden die Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Schadenfreude ist aber fehl am Platz, sagen viele Surfer. Die totale Sicherheit in der Online-Welt sei eine Illusion.

Seit Tagen breitet sich ein gefährlicher Schadcode im Internet aus. Microsoft will am Mittwochabend die problematische Sicherheitslücke im Internet Explorer mit einem Patch stopfen. Nutzer und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet sind beunruhigt von der aktuellen Entwicklung.

Leser Sven Zurfluh etwa meint: «Zum Glück habe ich mich vor einem Jahr von Windows verabschiedet.» Thomas Gähler mag der aktuellen Browser-Krise sogar etwas Positives abgewinnen: «Dank der Publizität dieses Bugs konnten wir unsere Geschäftsleitung endlich davon überzeugen, den IE für sämtliche Benutzer zu sperren.»

In vielen Kommentaren wird Kritik an Microsofts angekündigten Reparaturmassnahmen laut: «Ist schon erstaunlich, nein erschreckend zu erfahren, dass der Softwaregigant seine Programme mit Patches aufmöbeln muss, damit sie problemlos funktionieren. Und dass erschreckend viel Zeit verstreicht, bis Abhilfe verfügbar wird», kommentiert Jack Bo. Tomas Meier fragt: «Was ist das für ein Betriebssystem, das so viele Zusatzprogramme benötigt, um zu laufen? Computer sind doch da, dass man damit arbeiten kann und nicht zum Zeitvertreib für Bastelwütige!»

Linux und Firefox statt Windows und Explorer

Viele Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet, wie zum Beispiel Benno Christen, folgern: «Windows vergessen und auf Mac wechseln.» Rolf Neuegger ist überzeugt: «Wer sich mit einem sicheren Gefühl im Internet bewegen will, kauft sich einfach einen Mac». Andere, wie Leser Marcello Re, raten, auf das Betriebssystem Linux umzusteigen: «Damit habe ich keine Viren, Firewall brauche ich nicht und alles ist umsonst.»

Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und die Schweizer Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) empfehlen einen Browserwechsel. Die meisten Nutzer tendieren zum Browser von Mozilla. «Wichtigster Tipp: Firefox-Browser runterladen und ausschliesslich zum Surfen verwenden», schreibt zum Beispiel Roland Müller. Einen Ratschlag, den Mabba B. bereits befolgt hat: «Ich surfe seit langem nur noch mit Firefox.» Auch Opera steht hoch im Kurs.

Ein Opfer des eigenen Erfolgs?

Allerdings warnt Tom Müller vor der Illusion der totalen Sicherheit: «Falls Firefox mal verbreiteter ist als der Explorer, wird auch Firefox wesentlich mehr Sicherheitslöcher aufweisen. Die Hacker wählen dasjenige Produkt aus, das am weitesten verbreitet ist.» Dominik Schläpfer ist ausserdem überzeugt, dass auch Mac-Rechner nicht vor Viren geschützt sind: «Wer heute ohne Antivirensoftware surft oder meint nur durch seinen Mac oder nur durch einen Umstieg auf Firefox vor diesen Gefahren geschützt zu sein, ist ziemlich blauäugig.» Sekundiert werden sie von Mike Meier: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich der Angriff auf Macs ebenfalls lohnt.» Beim einen oder anderen Leser macht sich denn auch bereits eine fatalistische Tendenz bemerkbar: «Totale Datenglobalisierung hat ihren Preis», meint Hansueli Forrer.

(rek)

Erstellt: 17.12.2008, 13:33 Uhr

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