Eine Woche ist es her, dass Steve Jobs den iPad vorgestellt hat, das erste Apple-Tablet. Wie Bilder und Videos auf Dev.chromium.org, einer offiziellen Google-Seite, beweisen, arbeitet auch der Suchmaschinenriese aus Mountain View an einem solchen Computer.
Allerdings zeigen die Aufnahmen kein reales Produkt, sondern nur eine Designstudie namens Chromium, welche mit dem firmeneigenen Betriebssystem Chrome OS arbeiten soll. Dieses hatte Google (GOOG 609.76-0.40%) im November des vergangenen Jahres vorgestellt.
Grösser und mit variabler Tastatur
Das Google-Gadget scheint grösser zu sein als das Konkurrenzprodukt von Apple. (AAPL 509.461.36%) Interessant ist auch die Funktionsweise der (virtuellen) Tastatur, die an verschiedenen Orten auf dem Touchscreen auftaucht. Ob das Gerät tatsächlich realisiert wird und wann zu welchem Preis es auf den Markt kommt, ist noch offen.
Offene Fragen gibt es auch beim iPad. So soll die Minivariante ohne 3G zwar schon im März gekauft werden können, laut einem Bericht des renommierten Onlineportals «Wired» darf Apple aber in den USA noch keine Vorbestellungen entgegennehmen. Apples vieldiskutiertes Gadget habe von der Federal Communications Commission (der Zulassungsbehörde für Kommunikationsgeräte) noch nicht die nötigen Lizenzen bekommen – der iPad ist also zumindest in Übersee noch illegal.
Offene Fragen beim iPad
In Internetforen wird auch eine Woche nach der iPad-Präsentation über das Fehlen von Flash, dem Online-Multimedia-Format von Adobe, ( 32.440.28%) diskutiert. Apple und Adobe schieben sich bei dieser Frage gegenseitig den Schwarzen Peter zu: Adobe schreibt in seinem Blog, dass Apple aus undurchsichtigen Gründen iPad- und iPhone-Nutzern erhebliche Einschränkungen auferlege – drei Viertel aller Online-Videos könne man auf dem Apple-Tablet nicht abspielen. Apple-Chef Steve Jobs hingegen führt technische Mängel ins Feld: Adobe sei einer der häufigsten Gründe, warum Mac-Computer abstürzen. Ausserdem warf Jobs dem Softwareunternehmen vor, «faul» geworden zu sein.
Die Tonart verschärft sich
Auch Google bekam vom Apple-Mitgründer in den letzten Tagen sein Fett weg. In der Präsentation des Google-Handys Nexus One im Januar sieht er nichts anderes als den Versuch, «das iPhone umzubringen». Darum sei Googles Motto «Don't be evil» («Sei nicht böse») auch nur «Bullshit». Eine Antwort von Google steht noch aus.
Hingegen hat sich zum ersten Mal Microsoft (MSFT 30.25-1.08%) zum iPad geäussert. Via den «Technologizer» liess Brandon Watson, Chef von Microsofts Produkt Management in der Entwicklungsgruppe, ausrichten, bei Microsoft könnten Entwickler im Gegensatz zu Apple ohne Einschränkungen programmieren. Entwickler könnten ihre Software für verschiedene Tablets programmieren, während der iPad ein geschlossenes System sei.
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )