«annabelle»-Chefredaktorin Lisa Feldmann.
Warum aber braucht die Internetwelt überhaupt einen Frauenbrowser? «Aus denselben Gründen, aus denen es Frauenzeitschriften gibt. Frauen nutzen Medien einfach anders als Männer, interessieren sich für andere Bereiche, verweilen länger, lesen sogar grössere Artikel ohne Probleme», sagt Lisa Feldmann, Chefredaktorin der «annabelle».
Was Frauen surfen
«Vor dem Fernseher kann man sich niemals einigen, wo gestoppt wird, wo sofort weiter gezappt wird, und warum, besser gesagt: warum nicht ausgerechnet die Übertragung einer Partie Pool-Billard bis zum bitteren Ende geschaut wird. Auch am PC – bei Frauen lieber: Mac – scheiden sich die Geister geschlechtsspezifisch.»
Frauen würden durch People-Seiten schlendern, Kochrezepte studieren, die sie sich nie zutrauen werden zu kochen und andere, die sie am nächsten Tag in die Tat umsetzen. «Und Frauen recherchieren Bücher, Sendungen, Reiseziele und organisieren ihr Leben.»
Hingegen die Männer: «Wenn sie noch kein Runterlad-Tool gefunden haben, bleiben sie meist auf ihrer Facebook-Seite kleben. Wenn sie ein Runterlad-Tool gefunden haben, laden sie alles runter, was je auf Vinyl gepresst oder auf Zelluloid gebannt wurde – und teilen dies dann ihren Freunden auf Facebook mit.»
Webslices und Favoritenlisten schaffen Ordnung
Das Redesign habe vor allem ein Ziel: «Mit unserem neuen Webauftritt und dem Frauen-Browser wollen wir den Schweizer Frauen noch mehr Orientierung und Inspiration im Internet bieten.» Optisch hebe sich der Frauenbrowser kaum von bisherigen Angeboten ab, abgesehen von ein paar Ordnungsprinzipien wie Webslices oder Favoritenlisten.
( Tagesanzeiger.ch/Newsnetz )