Cook schickt Experten in die Foxconn-Werke

Aktualisiert am 15.02.2012
Apple-Chef Tim Cook äusserte sich an einer Keynote zu den Arbeitsbedingungen in den Zulieferfirmen. Und kam auch auf die iCloud, die TV-Pläne und die Prognosen für den iPhone-Verkauf zu sprechen.
Will bis 2015 eine Milliarde iPhones verkaufen: Apple-Chef Tim Cook. Bild: KEYSTONE/AP

Tim Cook trat am Dienstag an der Goldman-Sachs-Technology-and-Internet-Konferenz in San Francisco auf. Gleich zu Beginn äusserte er sich zu den Arbeitsbedingungen bei den Zulieferfirmen in China. Nach harscher Kritik hat am Montag eine unabhängige Arbeitsrechtsorganisation mit einer Überprüfung der Betriebe begonnen. Experten der Fair Labor Association (FLA) begannen beim Apple-Zulieferer Foxconn in Shenzen, wo 2010 mehrere Arbeiter Selbstmord begangen hatten. Berichte der Fair Labor Association will Apple

AAPL 562.29-0.54% nun monatlich veröffentlichen.

Es handelt sich laut Cook «wahrscheinlich um die umfassendste Überprüfung in der Geschichte der Fertigungswirtschaft. Apple nimmt das Thema Arbeitsbedingungen sehr ernst», sagte der Apple-Chef an der Konferenz. Jeder einzelne Arbeiter sei wichtig. Er sei selber mehrmals in den Fabriken gewesen. «Meine Überzeugung ist, dass jeder das Recht hat auf faire und sichere Arbeitsbedingungen.» Alle Zulieferer müssten sich daran halten, wenn sie mit Apple zusammenarbeiten wollen.

iPad kannibalisiert Mac-Verkäufe

Dann kam Cook auch auf den Tablet-Markt zu sprechen. Wer hoffte, dass er sich zum iPad 3 äussere, das laut letzten Gerüchten schon am 7. März vorgestellt werden könnte, wurde enttäuscht. Tablets würden dem PC-Markt weiter zusetzen und die klassischen Computer schon bald überholen. Cook selbst arbeitet zu 80 bis 90 Prozent seiner Zeit mit dem iPad.

Das iPad habe zwar auch die Mac-Verkäufe kannibalisiert, aber stärker davon betroffen seien Windows-Computer. Er äussert sich auch zur Konkurrenz. So werde Amazon sein Kindle-Fire-Tablet gut verkaufen. «Aber unsere Kunden sind nicht zufrieden mit einem Gerät, das limitierte Funktionen hat», sagte Cook laut 9to5mac.com.

Zum möglichen Einstieg von Apple ins TV-Geschäft hielt er sich kurz. Apple TV sei ein Nebengeschäft, aber man habe vielleicht etwas Besonderes entdeckt. Damit schürt man weiter die Spekulationen.

100 Millionen in der iCloud

An der Konferenz verkündete er zudem, dass Apples iCloud-Dienst mittlerweile über 100 Millionen Nutzer zählt. Weiter sagte er, dass der Preis eines Produkts nicht das wichtigste Kriterium sei und er den Wettbewerb in der Branche liebe – solange dies mit eigenen Produkten geschehe. Wohl ein Seitenhieb auf Samsung. Apple hat den südkoreanischen Konzern mit Patentklagen eingedeckt.

Für seine Äusserung, dass 37 Millionen verkaufte iPhones im vierten Quartal 2011 eine anständige Zahl seien, erntete er im Publikum einige Lacher. China und Brasilien werden in Zukunft bis zu 25 Prozent des Marktes ausmachen. Bis 2015 will Apple mehr als eine Milliarde iPhones verkaufen.

(ah)

Erstellt: 15.02.2012, 11:17 Uhr

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