Sicherheitsleck: Google-Dienst zeigt Hackern, wo man gerade ist

Aktualisiert am 09.02.2009
Massive Kritik am neuen Ortungsdienst Google Latitude: Böswillige Nutzer können das System nutzen, um Handybenutzer ohne deren Wissen zu verfolgen.
Bis auf 200 Meter genau kann das am 4. Februar vorgestellte Google-Programm Latitude Handytelefonierer ausfindig machen. Der neue Dienst funktioniert auf Basis von GPS-Koordinaten. Zudem setzt das Unternehmen Handy-Funkmasten und WLAN-Netze zur Ortung ein.

Die Funktion wird über das Google-Konto aktiviert (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz berichtete). Anschliessend können Freunde eingeladen werden, die den Service auf dem PC oder auf dem Handy ebenfalls nutzen. Die Nutzer, die dann die Einladungen annehmen, werden mit einem Profilbild auf einer Google-Karte auf dem Handy angezeigt.

Benachrichtigungsdienst nicht für alle Handys

Jeder Nutzer hat laut Unternehmensangaben auch nach der Annahme einer Einladung die völlige Kontrolle über seine Privatsphäre: Er könne selbst einstellen, was die Kontakte über den aktuellen Standort erfahren können. Dem ist aber offenbar nicht so, berichtet Privacy International.

Der neue Google-Service sei eigentlich dazu da, sich die aktuelle Position von befreundeten Handy-Nutzern in «Maps» anzeigen zu lassen. Laut den Datenschützern können diese aber ohne deren Wissen verfolgt werden. Schuld seien Funktionen, die eigentlich die Sicherheit gewährleisten sollten, schreibt das Online-Portal Futurezone.orf.at.

Konkret: Wenn Google Latitude auf einem Handy aktiv ist, sendet Google in regelmässigem Abstand Nachrichten an den Handybesitzer, damit dieser weiss, dass er «sichtbar» ist. Dieser Dienst funktioniert aber offenbar nur bei Blackberrys. Stalker bräuchten nun nur noch ein solches Handy verschenken, auf dem zuvor der Ortungsdienst aktiviert wurde. Der Beschenkte würde nie erfahren, dass er heimlich verfolgt wird. Besonders einfach wäre das etwa im familiären Bereich, oder bei Firmenhandys, so Privacy International.

«Stalker der Welt vereinigt euch»

Google hat das Problem erkannt: Der Benachrichtigungsdienst werde bald auf andere Handytypen ausgeweitet, so ein Google-Sprecher gegenüber der BBC. Ob dies genügt, die Kritiker zu besänftigen? In einem englischen Blog heisst es: «Es gibt kein Entkommen, Stalker der Welt vereinigt euch.»

(rek)

Erstellt: 09.02.2009, 10:08 Uhr

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