Warum wir DRS 3 lieben und hassen

Aktualisiert am 31.10.2008
DRS 3 wird 25. Aus dem amtlich bewilligten Störsender ist ein Mainstream-Radio geworden. Lohnt es sich noch, einzuschalten? Tagesanzeiger.ch/Newsnet präsentiert zehn Gründe dafür und zehn dagegen.
topelement Mit diesem Logo startete DRS 3 1983. Mehr Bilder (14)

Gründe zum Einschalten Gründe zum Ausschalten
Mit «DRS3 uf de Gass» bringt der Sender nicht nur Konservenmusik, sondern auch Konzertmusik. Das musikalische Tagesprogramm wird offenbar nach der Formel «Aktuelle Hitparade + Plüsch + Bon Jovi» zusammengestellt.
Weil in der Sendung «Sounds» kein Plüsch gespielt wird. «Peter Schneiders andere Wochenschau», weil Satire bei DRS 3 dasselbe Schicksal erleidet wie gute Musik: Sie kommt so unerwartet, dass man zu überrumpelt ist, sie zu geniessen.
Was «Wer wird Millionär» im Fernsehen ist, sind «AbcDRS3» und «Bäsefrässer» im Radio. Genial einfache Spiele, die auch nach dem 1000. Mal nicht verleiden. Weiss jemand, worum es bei «Uri Schwyz und Untergang» oder «DRS 3 macht es Büro uf» geht? Uns ist niemand bekannt, der diese Spiele länger als 10 Sekunden aushält.
DRS 3 hat Rhythmus – nicht, was die Musik betrifft, aber in der Gestaltung der Tagesstruktur. Weil die Jingels immer mieser werden. Wir wollen «DRS 3 - Oh Yeaaaaah» von Yello-Mann Boris Blank zurück!
Über die hauseigene Musikplattform MX3 infiltrieren selten, aber immerhin helvetische Musikperlen das Programm. Der unkaputtbare Gute-Laune-Terror der Moderatorengilde ist jämmerlich. Stellen die da eigentlich nur mit Prozac gedopte Zombies ein?
Weil man Sven Epiney auch hier nicht entgeht, aber am Radio seine Pausbäckchen nicht sieht. DRS 3 tut einfach nicht, was es im Fall Philipp Maloney schon vor zehn Jahren hätte tun sollen: Maloney aus dem Programm nehmen.
Madame Etoile weiss genau, wann es in der Beziehung streng wird, wir also nach der Arbeit noch einen heben gehen können. Nach Mitternacht schaltet DRS 3 nicht mehr auf Couleur 3 um. Ein Verlust, der noch nicht verdaut ist.
Am Sonntag kann man endlich hören, was Tagesanzeiger.ch/Newsnet schon am Mittwoch auflistet: Die Hitparade. Im Tunnel rauscht DRS 3 meistens nur noch. Auf DRS 1 dagegen läuft die Musik weiter.
Im Gegensatz zu den Lokalsendern gibt's Dialektvielfalt. Der Webauftritt erinnert an jenen von Pyongyang-Tourismus.
Die meisten andern Sender sind auch nicht besser. Auf dem eigenen iPod läuft die beste Musik. Und falls man nach etwas Neuem sucht, so findet man das eher auf einem Internet-Sender als auf DRS 3.

Erstellt: 31.10.2008, 08:17 Uhr

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