Eine Ode an die Postkarte

Aktualisiert am 13.02.2012
Unlängst gehörten sie noch fix zum Ferienalltag, heute wecken Postkarten bereits nostalgische Gefühle. Die ETH-Bibliothek gewährt mit einem Buch einen Einblick in ihren bunten Postkartenfundus.
topelement So sieht es aus, wenn es in Brunnen stürmt: Postkarte mit Poststempel vom 4. März 1924. Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv Mehr Bilder (11)

So sehr unsereins wegen der Erfindung von E-Mails und MMS aus dem Häuschen war, so bahnbrechend war für unsere Urgrossmütter oder Ururgrossväter die Erfindung von Postkarten. Ende 19. Jahrhunderts kamen die Grüsse in Bilderform in den Umflauf, das neue Kommunikationsmittel. Von da an schickte es sich – kaum war man ein paar Tage verreist –, sich hinzusetzen und einen Stapel Postkarten mit Sätzen zu beschriften wie «Wetter gut, Essen gut, alles gut» oder «Sommer, Sonne, Meer, was will man mehr?».

Wieder daheim, war die Freude gross, wenn sich auch im eigenen Briefkasten die eine oder andere Postkarte fand von irgendwo auf dieser Welt. Die einen entdeckten bei all den bunten Karten ihre Sammlerleidenschaft. So auch der Schweizer Unternehmer Adolf Feller. Rund 54'000 Postkarten haben zuerst er und später seine Tochter zwischen 1889 und 1980 gesammelt. Inzwischen sind diese alle im Besitz des Bildarchivs der ETH-Bibliothek Zürich. Eine Auswahl gibt es nun auch in Buchform: «Die Welt im Taschenformat» heisst das Sammelwerk, der erste Band in der neuen Buchreihe «Bilderwelten», mit der die ETH-Bibliothek ihre Schätze der Öffentlichkeit näherbringen will.

Viele von Adolf Fellers Postkarten zeigen Orte und Landschaften aus der Schweiz. Aber auch mehr oder weniger experimentelle Grüsse aus New York, Tokio, Grönland oder den Fidschi-Inseln finden sich in seiner Sammlung. Das Buch ist in verschiedene Kapitel unterteilt und stellt Themen wie tourismustechnische Infrastruktur, Wintersport und Strandleben, Stadt und Landschaft oder besondere Ereignisse vor. Zudem erklärt die Zürcher Historikerin und Publizistin Monika Burri jeweils die kulturgeschichtlichen Hintergründe.

(dj)

Erstellt: 13.02.2012, 14:30 Uhr

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