Walpen/Schawinski: Wenn zwei alte Herren sich streiten

Von David Vonplon . Aktualisiert am 26.03.2009
Seit Jahrzehnten führen sie eine private Fehde – nun sind die alten Fronten wieder aufgebrochen. SRG-Generaldirektor Armin Walpen und Radio 1-Chef Roger Schawinski geben sich derzeit Saures.

Und das kam so: Letzte Woche schickte Walpen, 61, seinem Gegenspieler Schawinski, 63, in einem Interview bereits ins Altersheim. «Herr Schawinski ist jenseits der biologischen Grenze», erklärte er gegenüber der «Berner Zeitung», nur habe das dieser noch nicht bemerkt.

Solche Attacken lässt sich ein Mann wie Roger Schawinski aber nicht gefallen, schon gar nicht von seinem Intimfeind. Prompt folgte der Konter auf dem Blog der Medienzeitschrift «persönlich», für die der der Zürcher Medienpionier regelmässig kolumniert. Den Grund für die Breitseite Walpens sieht Schawinski darin, dass dieser selbst vor dem Cheftod steht. Die SRG schickt ihre Mitarbeiter jeweils mit 62 in Pension.

Walpen drohe damit, alles zu verlieren, was das Lebens lebenswert mache: «Keine Limousine mit Chauffeur mehr, keine automatische Gratis-Logentickets bei allen wichtigen Veranstaltungen, keine launigen Treffen mit Bundesräten.» Er selbst dagegen erfreue sich einer seiner schönsten Lebens- und Schaffensphasen: Denn während sich der «lebenslange Apparatschik» nach dem Verlust seiner Funktion in die Bedeutungslosigkeit versinke, würden kreative Leute nie pensioniert.

Jahrzehntelange Fehde

Roger Schawinski und Armin Walpen verbindet eine lange Männerfeindschaft. Bereits Ende der 70er Jahre bekämpfte der Walliser als Bundesbeamter Schawinskis Piratensender Radio 24. Immer wieder gerieten die beiden Medien-Alpha-Tiere in der Folge aneinander, so auch als Schawinski mit seinem Tele24 die SRG angriff und Zugang zum Gebührentopf forderte. Als der Privatsender eingestellt wurde, resümierte Walpen genüsslich: «Schawinski ist an sich selber gescheitert.»

Der Streit verrauchte auch dann nicht, als Schawinski sich längst aus dem einheimischen TV-Geschäft verabschiedet hatte. «Das Leben an der Spitze eines Monopolbetriebes ist für den Charakter offenbar nicht förderlich», giftelte er weiter und rechnete in seinem Buch «TV-Monopoly. Die Inside-Story.» mit der SRG und seiner Führungsriege ab. Erst als Schawinski sich nach Berlin verabschiedete, um dort den Privatsender Sat.1 zu führen, schienen die beiden Gegenspieler endlich von einander lassen zu können. Dieser Eindruck täuschte aber, wie sich jetzt zeigt: von Altersmilde keine Spur.

( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )

Erstellt: 26.03.2009, 12:34 Uhr

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