Übung 6 – Hör-Experiment

Aktualisiert am 16.04.2010
Mit dieser Übung können Sie sich schon mal Ihr Hören bewusster machen, bevor wir uns in Folge 14 mit dem aktiven Zuhören befassen.

Am besten machen Sie dieses Experiment zu zweit, damit Sie Ihre Erlebnisse anschliessend gleich austauschen und vergleichen können. Ich kann Ihnen jetzt schon verraten: Es ist eine fantastisches Erfahrung, an das Sie sich noch lange erinnern werden!

Die Übung geht so: Sie gehen spazieren, walken oder joggen und wählen für das Experiment einen abwechslungsreichen Streckenabschnitt, auf dem Sie etwa 10 bis 15 Minuten unterwegs sind; es kann auch eine Runde auf der Finnenbahn sein. Auf dieser Strecke wird geschwiegen; jeder konzentriert sich voll und ganz aufs Hören der Geräusche rund herum. Die Augen sind offen, aber Sie richten Ihre Aufmerksamkeit aufs Hören und saugen achtsam alles auf, was in Ihre Ohren kommt. Sollten Sie vom Hören abschweifen, holen Sie sich wieder zurück. Beim Endpunkt der Strecke können Sie dann diesen rezeptiven Modus verlassen und zusammen über die Beobachtungen diskutieren.

Alle Fragen beantworten und an der Verlosung teilnehmen

Wie war es? Wie hat Ihnen das Experiment gefallen? Was haben Sie gehört? Woran erinnern Sie sich am Besten? Wie war es, wenn Sie kurz abgelenkt waren? Was wäre anders, wenn Sie das Experiment mit geschlossenen Augen gemacht hätten? Welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen?

Mitmachen und gewinnen

Fassen Sie Ihre wichtigsten Beobachtungen, Erkenntnisse und Schlüsse zusammen und teilen Sie uns diese bis zum Dienstag, 6. April mit. Danke fürs Mitmachen! Wie immer werde ich in zwei Wochen darauf zurückkommen. Wenn Sie das untenstehende Formular ausfüllen und auf alle Fragen eingehen, nehmen Sie automatisch am Wettbewerb teil (siehe Infobox Verlosung). Auch spätere Einträge sind willkommen.

Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse Übung 6

  • Beatrice (56) am 08.04.2010 21:07 Uhr
  • Da ich zur Zeit in einem tropischen Klima weile, ist die Natur, Pflanzenwelt usw., ganz anders als die in der Schweiz. Nun zu meinem Spaziergang. === Mit Freude: Dazu gebrauche ich eine angenehme leichte Kleidung und bequemes Schuhwerk, einen Waschlappen um eventuelle Schweissperlen abzutupfen, ein Taschentuch und meine Hausschluessel. Vorerst noch einen Schluck frisches Wasser, je nach Lust noch ein „Zeltli“ in den Mund, und, auf los geht’s los, leider im Alleingang! Im normal Tempo bummle ich auf dem Trottoir. === Beobachtungen wie Sehen und Hoeren: Auf den Steinplatten liegt vom Winde verweht feiner Sand der unter den Schuhsohlen leicht knirscht. Es geht eine leichte Brise und die Aeste der Baeume wiegen sich im Wind, die Aeste knacken und knarren. Dort fliegt ein aufgeschreckter Vogel mit gezwitscher zwischen den Bueschen empor, auf und davon. === Unangenehm: Das laute geraeusch eines vorbei fliegenden Flugzeugs. Muehsam ist der Westwind. Ich hoere verstaerkt das brausen des Autoverkehrs einer naheliegenden Autobahn. === Ablenkung: Und schon war ich in meinen Gedanken vertieft wie; was atme ich da? Abgase? Wer weiss wie die Luft hier verschmutzt ist? Schau dir doch die Baeume an, die sehen aschig aus. Kein prachtvolles, gesundes Gruen. Ach, wenn die vielen Autos doch alles Baeume waeren...!? Ich waere gerne Patin einer Weltweiten Organisation wie: Fuer jedes Auto das in den Verkauf kommt, da darf der Kaeufer einen der „nuetzlichen“ Baeume waehlen die er pflanzen will. Der Preis ist natuerlich beim Kauf des Autos inbegriffen, etc., etc. Ein herzhaftes Kinderlachen aus weiter Ferne bringt mich jedoch wieder zurueck zur Aufgabe. Hm, - „You may say I’m a dreamer? But I’m not the only one...!“ === Die schoenste Erinnerung - bildlich: Am Weiher angelangt, stolziert elegant ein Silberreiher zwischen dem Schilf und der Wiese. Wie dieser mich erblickte, flog er davon und ich hoerte das Schwingen seiner enormen Fluegel. Eine Kraehengruppe flog mit Gekraechze in den Lueften gegen den West, dann das geplaetscher im Teich von einem Fisch der hoch sprang. Das unaufhoerliche Zirpen der Grillen, wieder Vogelgezwitscher. Wer weiss von welcher Vogelart? Herrlicher Sonnenschein, blauer Himmel, der Fruehling ist da! Unter den Fuessen raschelt restliches, trockenes Laub das durch das ausstossen der spriessenden neuen Blaetter herunter gefallen ist. Inzwischen sind die Kinder im Quartier von der Schule zurueck und es toent wie auf einem Kinderspielplatz; heiteres geplapper, lachen etc., und Zeit fuer mich wieder nach Hause zu gehen. === Der selbe Test mit geschlossenen Augen: Meine Sinnesorgane wuerden gewisse Geraeusche, oder Duefte noch intensiver wahrnehmen. Das schoenste jedoch war das froehliche, unbefangenes Kinderlachen. === Gewonnene Erkenisse: Meine Sinnesorgane und Aufmersamkeit im allgemeinen wieder mehr zu foerdern und versuchen diese Uebung im Alltagsleben einzuweben. === Diese Uebung war ein gelungenes „Fruehlingserwachen“. Herzlichen Dank.
  • lisbeth (56) am 06.04.2010 23:33 Uhr
  • Es war echt spannend, obwohl ich öfters Experimente mache. Es hat mir gut gefallen. Ich habe neben all den Geräuschen von aussen wie Autos, Flugzeuge, Vogelgezwitscher usw. auch meine eigenen Geräusche, die ich verursache, ganz intensiv wahrgenommen. Dies war so neu, dass es mir am stärksten in Erinnerung blieb. Ich erkannte dabei auch, dass ich genau so Geräusche in die Welt hinaus sende, die ich und andere wahrnehmen können. Das ist ja nichts Neues. Aber ich erlebte es noch nie so bewusst. Ich wurde sehr oft abgelenkt. Meistens von meinen eigenen Gedanken. Dann erinnerte ich mich an keine Geräusche. Mit geschlossenen Augen hätte ich mich mehr aufs Gehen konzentrieren müssen und hätte weniger Aufmerksamkeit gehabt,mich nur auf das zu konzentrieren, was ich höre. Eine Erkenntnis kam dann aus einer interessanten Erfahrung: Das intensive Hören hatte eine Veränderung in meiner ganzen Person bewirkt. Als ich mich nach dem Experiment auf den Rückweg machte (ein Abstieg), war da plötzlich ein völlig neuer Gedanke: "Du könntest doch den steilen Abstieg wählen!" Bisher hatte ich immer den flacheren Weg gewählt, weil mir der andere einfach zu steil war. Ich folgte dann dem neuen Gedanken, und es war überhaupt kein Problem, den steilen Weg zu gehen. Das war eine frappante Erfahrung. Was sich da genau in mir verändert hat und weshalb, kann ich auch nicht sagen. Aber es war sehr befreiend. Danke!
  • Dorothea (45) am 06.04.2010 19:10 Uhr
  • Ich marschierte mit den Stöcken Richtung Wald und dabei hörte ich bewusst auf meine Umgebung! Ativ zu hören ist Arbeit, welche von mir viel Energie, Konzentration und Kraft braucht. Mir gefallen solche Übungen sehr. Unsere Sinne, egal welche, bewusst einzusetzten finde ich immer wieder eine spannende Herausforderung. Wie oft hören wir oberflächlich zu und tun x Dinge pararell. Die unterschiedlichen Vogelstimmen an diesem herrlichen Frühlingstag haben mir am besten gefallen, und an diese kann ich mich am besten erinnern. Mein aufmerksames hören wurde oft abgelenkt von Einflüssen, welche ich visuell aufgenommen hatte, meine Gedanken reisten irgend zu einem anderen Thema und wenn ich Bewegungen machte, welche ich nicht automatisiert habe. (zB Hüpfschritt) Durchhalten und wirklich aufmerksam zuhören ist strenge Arbeit! Nicht zuviel auf einmal sondern "eis ums andere wie ds Paris"! Das bewarheitet sich doch immer wieder. Mir geschlossenen Augen hätte ich die Geräusche sicher intensiver wahrgenommen, doch um zB. während einem Referat zu folgen achte ich immer darauf, dass ich zum Referenten Blickkontakt habe und ihn mit gerader Körperhaltung sehen kann.
  • Susan (61/ 47) am 05.04.2010 18:04 Uhr
  • Ich fahre mit meiner Freundin mit dem Velo zu einem Bach. zusammen mit vielen Sonnenhungrigen spazieren wir dann dem Wasser entlang. Zuerst hören wir beide nur die naheliegendsten Töne: Staccato der Absätze, sehr laute Spaziergänger, Geraschel der Kleider beim Gehen. Veloketten. Von Ferne eine Autohupe. Ein Flugzeug fliegt über unsere Köpfe, eine Kirchenglocke läutet, es jubilieren die verschiedensten Vögel. Unabhängig voneinander fangen wir an, die Töne in drei Gruppen zu sortieren: Natur, Technik und Menschengeräusche. Wir beide konzentrieren uns möglichst stark auf die Natur (die andern Geräusche nerven manchmal ein bisschen). Ich versuche das Sprudeln des Baches besser zu hören. Erst gelingt mir das nur bei den Wasserschwellen. Aber immer besser höre ich dann auch die feinen Lieder des Wassers. Dem Wasser zuhören. Es ergibt eine Art von Kontinuum, einen eigenen Raum, fast so wie eine Oase. Ausserhalb des Wassergeräusches wird es irgendwie still. Meine Freundin erlebt dasselbe mit den Gesängen des Windes. Auch sie fühlt sich in einem speziellen Raum. Wir finden das Experiment anschliessend sehr interessant und angenehm. Bei der Vorstellung, dabei die Augen zu schliessen stellen wir uns die Töne noch intensiver vor. Allerdings würden wir dann vermutlich nicht durch die Landschaft gehen, sondern irgendwo sitzen, und die Töne würden deshalb vielleicht eher die gleichen bleiben. Wir wollen dieses Hörexperiment wiederholen weil es uns gut gefällt und sehr sensibilisiert. Und ein sehr anregendes Gespräch ergab.
  • Florence (43) am 05.04.2010 16:31 Uhr
  • Ich bin gemütlich 15 Minuten in unserem Garten gesessen und umher gelaufen und habe auf die Umgebungsgeräusche geachtet. Es war wunderbar die unterschiedlichen Geräusche zu erkennen und zu differenzieren, vom kleinsten Surren einer Biene bis hin zum Motorengeräusch eines Flugzeugs. Dazwischen haben viele Vögel gezwitschert und geflattert. Mein Mantel hat Stoffgeräsuche verursacht, aus dem Haus ist Musik hörbar gewesen, Autos sind rumgefahren, am Nachbarhaus hat ein Glockenspiel im Luftzug Geräusche verursacht, das Haus hat Zerrgeräusche gemacht etc. Am intensivsten waren dabei für mich die verschiedenen Vogelarten. Und am schönsten das Flattergeräusch von 3 Vögeln. Wenn ich die Augen schliesse, werden die Geräusche intensiver einerseits, und andererseits sinkt mein Bewusstsein auf eine tiefere Ebene und dabei ich achte ich nicht mehr auf die Geräusche. Das Augenschliessen hat für mich meditativen Charakter. Während dem achten auf Geräusche sind meine Gedanken immer wieder mal kurz an was sichtbaren hängen geblieben und wollten sich von dort aus vertiefen. Ich habe das aber sofort wahrgenommen und meine Aufmerksamkeit wieder auf die Umgebungsgeräusche zurücklenken können. Mit dieser Übung ist mir bewusst geworden, auf wie viel mehr Dinge ich achte und erkenne also sonst. So habe ich auch Dinge entdeckt, die ich vorher nie gesehen habe, obwohl ich täglich dran vorbeilaufe.
  • Verena (67) am 04.04.2010 19:10 Uhr
  • Wichtigste Hörerfahrung: die Flugzeuge waren viel störender als wenn ich nicht bewusst hinhöre, dafür waren die Vogelstimmen vielfältiger und ich hörte auch ganz leise Geräusche,z.B, das Schaben des Rucksackriemens oder der Schritt eines nahenden Wanderers. Die Geräusche wirken je nach Entfernung mit verschiedener Intensität, es ist wie eine Bühne mit verschiedenen Räumen hintereinander. Durch das intensive Hören bin ich voll im Augenblick und am jeweiligen Ort, während ich sonst beim spazieren dank der herumschwirrenden Gedanken oft im Gestern/Morgern und an völlig anderen Orten bin. Um mich aufs Hören zu konzentrieren schaute ich stur auf den Boden und da dadurch das Sehen eingeschränkt war, pürte ich wie sich das Gehör überdurchschnittlich konzentrierte um möglichst viele Laute zu "erhaschen", das gab eine gewisse körperliche und geistige anspannnung. Bei kurzer Ablenkung war es schön, wieder "an den Ort des Geschehens" zurückzukommen. Verena 67
  • Katharina (70) am 31.03.2010 18:02 Uhr
  • WIE WAR ES? Es brauchte Gewöhnung und Anstrengung, mich auf das Hören zu konzentrieren. WIE HAT ES MIR GEFALLEN? Es half mir zu Konzentration, war erholsam, gab mir innere Ruhe und eine ausgewogene Stimmung. WAS HABE ICH GEHÖRT?Schritte auf dem Kies knirschen, Regentropfen auf den Schirm klopfen, Schritte schmatzen, Enten quaken, Vögel singen trillern pfeifen,menschliche Stimmen reden, einen Bach rauschen, Automotoren brummen, meinen Mann sich räuspern und ein Flugzeug brummen. WORAN ERINNERE ICH MICH AM BESTEN? Ans Offensein für die Geräusche, an das Verinnerlichen des Schauens. WENN ICH KURZ ABGELENKT WAR? Bemerkte es nach zwei Sekunden, holte die Aufmerksamkeit willentlich zurück. DAS EXPERIMENT MIT GESCHLOSSENEN AUGEN? Ich hätte noch intensiver auf die Geräusche gelauscht. Ich hätte die Geräusche nur mit dem Gehör geortet. Damit wäre auch mein Orientierungssinn geschärft worden. Ich hätte die Geräusche dem Verursacher zuordnen müssen, ohne ihn zu sehen. ERKENNTNISSE: Ich habe eine neue Dimension entdeckt, die Welt der Geräusche. Wenn ich meine Ohren bewusster gebrauche, werden meine Wahrnehmungen vielfältiger und ich fühle mich um viele Erlebnisse reicher. Ausserdem ist mir beim Schreiben aufgefallen, dass ich viel weniger Wörter in meinem Sprachgebrauch habe, die ein Geräusch beschreiben. Für Sichtbares weiss ich mich immer auszudrücken. Sind wir in einer Augenwelt?
  • Robert (46) am 30.03.2010 18:04 Uhr
  • Ich machte die Hör-Übung, als ich mein Fahrrad im Regen nach Hause schob. Manchmal hörte ich das Geräusch meiner Schuhe auf dem Asphalt oder das Geräusch der Räder des Fahrrades, manchmal nicht, da sich andere Geräusche in den Vordergrund schoben: Vögel, die zu zwitschern begannen, ein Auto, das beschleunigte, das Geräusch von Fahradreifen, die durch Wasserlachen gleiten, verursacht durch Fahrräder, welche mich überholten. Ich war versucht, mich mit den Augen zu orientieren, da diese (Gefahren) im Voraus wahrnehmen. Was ich nicht hören konnte, war wie "weg". Als ich zu Hause war merkte ich, dass ich nicht sagen könnte, ob ich in den 10 Minuten Gerüche wahrgenommen habe. Es fiel mir relativ leicht, mich aufs Hören zu konzentrieren - das Hören war weniger beliebig, sondern bekam eine stärkere sinnliche Qualität.
  • Etienne (41) am 30.03.2010 13:31 Uhr
  • Für das Experiment wählte ich eine Jogging-Runde auf dem Vita-Parcours. Ich laufe diese Strecke öfters und war neugierig, ob ich durch die Konzentration aufs Hören etwas Neues entdecken würde. Als Erstes fiel mir auf, wie laut meine Schritte auf dem Kiesweg waren. Ich bemerkte auch das Geräusch meiner Jacke und bald einmal meinen Atem. Dann vernahm ich das Pfeifen einzelner Vögel, das Rauschen in den Tannen und in der Ferne die Stadtgeräusche. Irgendwo war Hundgebell zu vernehmen und als ich aus dem Wald kam, überraschten mich bei einem Weidekätzchenstrauch einige summende Bienen, obwohl der Himmel bedeckt war. Nach dieser Hörrunde machte ich etwas Stretching und liess dabei das Erlebte Revue passieren. Dabei kam die Überraschung: Ich konnte die ganze Runde wie in einem Film abspulen und erinnerte mich genau, wo und wie ich meine Schritte hörte, auf welchem Baum ein Vogel pfiff und wo ich war, als ich das Hundegebell vernahm. Ich staunte über mein gutes Erinnerungsvermögen und freute mich, dass mich voll konzentrieren konnte und nie abgeschweift bin. Mit geschlossenen Augen hätte ich diese erstaunliche Verbindung von Bild beziehungsweise Ort einerseits und Geräusch anderseits verpasst und die Erinnerung wäre wohl um einiges schlechter ausgefallen. Die Übung war auch als Erlebnis schön und ich werde sie auf dieser an und für sich stillen Strecke wieder machen.
  • rita (75) am 29.03.2010 16:19 Uhr
  • Ich wählte den Nachmittag und einen gang durchs dorf. Die geräusche waren mir alle wohlvertraut und nicht neu: Hundehecheln/ hundegebell/strassenkehrmaschine/bremsende an- und vorbeifahrende autos/trakorärm im obstgarten/viel vogelgezwitscher und gesang/kinderlachen und rufen vom spielplatz her/arbeitsgeräusche aus dem holzschuppen/hühnerscharren/walkingsticks auf dem asphalt/ flugzeuge/glocke vom kleinen dachturm/brunnenrauschen/ wassersprudeln am bach/dröhnen/autobrausen aus der ferne/autotüren zuschlagen. Mit lust wahrgenommen:kinderlachen und rufen/vogelstimmen. Das experiment hat dazu geführt, dass ich meine ohren auf unterschiedliche distanzen ausrichtete, zum himmel, zum nahen bach, zur verkehrsreichen dorfstrasse. Normalerweise nehme ich nicht alle einzelheiten wahr. In meiner konzentration wurde ich nicht gestört. folgende geräusche haben bei mir gefühle der freude ausgelöst: das kinderlachen und rufen vom spielplatz und das sprudelnde wasser am bach, die amselstimmen. Schade bin ich nicht der stille begegnet. Dazu hätte ich meine runde ausserhalb des dorfes drehen sollen. Ich wollte jedoch bewusst wahrnehmen, was im dorf selber zu hören ist.Hätte ich das experiment mit geschlossenen augen gemacht, wäre es wohl eindrücklicher ausgefallen. Fazit: lieber durch die freie natur spazieren.
  • Waltraud (58) am 27.03.2010 14:20 Uhr
  • Meine heutige Runde Schnelles Gehen: Ich will die Straße überqueren, von links der anschwellende Lärm der herannahenden Autos, er wird heftig, er „trifft“ mich bis er nach rechts abschwillt. Bald nimmt der Straßenlärm (jetzt im Hintergrund) ab, in der Ferne vor mir entstehen neue Geräusche. Ich überquere den Fluss – ein Hörkontrast – links das angenehme Rauschen des fließenden Wassers, rechts gleichzeitig den lästigen Maschinenlärm der Kraftwerksturbinen. Das Sehen lenkt mich ab, durch Benennen der Geräusche hole ich die Konzentration aufs Hören zurück. Die Geräusche „berühren“ mich. Naturgeräusche erzeugen Wohlgefühl, mechanisch erzeugter Lärm wirkt unangenehm bis schmerzlich. Ein Storch fliegt vorbei, ich bleibe stehen, er fliegt lautlos. Zum Schluss noch in den Einkaufsmarkt – ist das möglich?, einen solch hohen Geräuschpegel habe ich noch nie beim Einkaufen wahrgenommen!!! –dazu kommen die schrecklich hohen Pieptöne der Kassen. Ich bin erstaunt, was es auditiv zu entdecken gibt und frage mich, ob mein Hörsinn unterentwickelt ist. Mit geschlossenen Augen würde ich jetzt ein Geräuschbild malen können, räumlich verteilt die unterschiedlichen Geräusche in verschiedenen Formen und Farben (z. B. das Ziepen der Vögel als gelbgrüne Pünktchen, den Industrielärm als grauen Nebel, die Pieptöne der Kassen als grellrote dicke Punkte etc.).
  • Brigitte (48) am 25.03.2010 09:49 Uhr
  • Ich praktiziere dieses der Natur zuhören schon seit längerem bei meinen Alleingängen im Wald. Weil ich mich ganz auf die Natur einlassen möchte, gehe ich immer allein und walke ohne Stöcke (das Geräusch ist für mich unerträglich). Ich höre den gurgelnden Bach, die zwitschernden Vögel, manchmal das Flügelschlagen eines Graureihers, das Rauschen der Blätter im Wind und knackende Zweige, von Ferne eine Kirchenglocke, das Geräusch meiner Schritte, meinen Atem. Die Geräusche und das Licht beglücken und befrieden mich. Während ich mich darauf konzentriere, fliegen mir immer wieder Gedankenfetzen zu, oft ganz spontane Ideen, Eingebungen, manchmal ganz neue Perspektiven zu meinen täglichen Aufgaben oder Problemstellungen zu. Meine Laune steigt durch das Gefühl, ganz nahe bei mir zu sein. Meine Bewegungsabläufe sind automatisch, leicht, ohne Gefühl der körperlichen Anstrengung. Abgelenkt werde ich durch andere Menschen, Hunde, das unterbricht meine nach innen gerichtete Reflexion, ich muss meine Konzentration auf die Aussenwelt richten, Tempo, Schritte, Grüssen..manchmal erschrecke ich dann, wie aus einer Trance. Mit geschlossenen Augen wäre das Hörerlebnis sicher viel intensiver, ich würde noch andere, feinere Geräusche wahrnehmen. Andererseits würde dann das Licht fehlen und das wunderschöne Bild.
  • Evelyne (65) am 22.03.2010 18:09 Uhr
  • 1. Ich bin ein Augen- UND Ohrenmensch, ich geniesse Beides. 2. Es hat mir gefallen, doch die Umgebung war zu lärmig. 3. Das Murmeln des Bächleins und Vogelgezwitscher wurden übertönt vom Strassenlärm. 4. Ich erinnere mich an Autos, Motorräder, Traktoren und Flugzeuge. 5. Abgelenkt wurde ich durch den Gülle ausbringenden Bauern. (Nase)! 6. Die Augen konnte ich nur kurz schliessen, denn ich begegnete Schrebergärtnern, Radfahrern, Nachbarn, Spaziergängern, Hundehaltern. 7. Am schönsten ists frühmorgens um 6 Uhr im Wald, da treffe ich nur Rehe - ein absolutes Kontrastprogramm für Augen und Ohren.

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Erstellt: 07.04.2010, 11:22 Uhr

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