Im Thurgau sind 400 potenziell gefährliche Hunde (im Bild ein Rottweiler) registriert. Susann Basler
Wer einen Hund spazieren führt, der auf der Rasseliste vom Kanton Thurgau steht, muss sich um eine Bewilligung bemühen. Tut er das nicht, so kann der Hund laut Hundeverordnung beschlagnahmt werden. Das sei in diesem Jahr vereinzelt vorgekommen, sagt der zuständige Amtstierarzt Ulrich Weideli. «Die Personen waren nicht willens oder nicht in der Lage, ihren Hund richtig zu halten.» Um wie viele Fälle es sich handelt, wollte er nicht sagen. Jeder Fall sei eine Geschichte für sich – immer emotional und hochdramatisch für alle Beteiligten.
Das Veterinäramt suche zusammen mit den Tierschutzorganisationen nach Lösungen: «Der betreffende Hund wird umplatziert oder kommt ins Tierheim.» Für die Kosten muss der Hundehalter aufkommen. Wenn er dazu nicht in der Lage ist, werden laut Weideli die Allgemeinheit oder der Tierschutzverein, der den Hund übernimmt, zur Kasse gebeten.
Fall in Matzingen
Das passt Reinhold Zepf, dem Präsidenten des Thurgauischen Tierschutzverbands, nicht. Er findet: «Wenn eine Behörde einen Hund beschlagnahmt, dann soll sie auch für die Kosten aufkommen und diese nicht den Tierschutzorganisationen aufbürden.» Er erzählt von einem Fall in Matzingen, wo zwei Hunde beschlagnahmt und den Tierschutzvereinen zur Übernahme angeboten wurden. Zwei Vereine lehnten ab, ein dritter sprang in die Bresche. Er muss nun die Kosten tragen. Nach diesem Vorfall verfasste Zepf einen Brief an alle Tierschutzorganisationen im Thurgau, in dem er einen einheitlichen Umgang mit beschlagnahmten Hunden fordert.
Kostengutsprache gefordert
Zepf schlägt vor, dass beschlagnahmte Hunde künftig nur noch aufgenommen werden, wenn eine Kostengutsprache der Behörden vorliegt. Diese soll die Ausgaben für Unterkunft, Futter und tierärztliche Versorgung decken. Von der Regelung nicht betroffen sind Hunde , die aus Tierschutzgründen den Vereinen übergeben werden.
Amtstierarzt Weideli sagt, einzelne Gemeinden würden die Tierschutzvereine bereits finanziell unterstützen. Weiter wollte er sich nicht dazu äussern. Das sei eine Frage, die alle Beteiligten betreffe und im Einzelfall beantwortet werden müsse.
(ThurgauerZeitung)