Denn so übel wie ihr Ruf ist ihr Leistungsausweis nicht, wie die vom «Tages-Anzeiger» zusammengestellten Zahlen belegen. Über die letzten acht Jahre haben die Sammelstiftungen das Kapital der Versicherten mit jeweils 3,3 Prozent verzinst. Das ist sogar leicht mehr als die autonomen Pensionskassen, die als leistungsfähiger gelten.
Die Art, wie die berufliche Vorsorge in der Schweiz organisiert ist, gibt dafür den Ausschlag. Die Lebensversicherer garantieren eine hundertprozentige Deckung und legen entsprechend extrem aktienscheu an. So liegt etwa der Aktienanteil bei der Axa-Winterthur unter 4 Prozent. Das führt bei den Renditen zu viel weniger Auf und Ab und zahlt sich gerade in einer Börsenbaisse aus.
Ganz im Unterschied zu den Pensionskassen, die Aktienanteile von 30 und mehr Prozent aufweisen. Sie sind viel grösseren Schwankungen ausgesetzt, was bisher gut zu verkraften war, weil die berufliche Vorsorge eine langfristige Angelegenheit ist. Versicherte zahlen im Schnitt während 40 Jahren ihre Beiträge ein und beziehen während 20 Jahren eine Rente. Kurzfristige Schwankungen sind da nicht wirklich von Belang.
Das Umfeld für die Pensionskassen hat sich aber in zweierlei Hinsicht verändert. Zum einen ist der Renditedruck in den letzten Jahren gestiegen. Das hängt damit zusammen, dass in der Schweiz immer weniger Kinder geboren werden, die Menschen länger leben und die Ansprüche zumindest geblieben sind. Zum anderen sprechen gewisse Experten von einer Zäsur an der Börse und schlechten Aussichten auf längere Zeit hinaus. Gerade deshalb werden die Pensionskassen nicht darum herumkommen, ihre Renditeziele zumindest zu überprüfen, und sich wohl stärker an der Deckung von Verpflichtungen orientieren. So wie es die Sammelstiftungen machen.
(Tages-Anzeiger)