Fürchtet, Hirschmann könnte heimlich Nacktfotos von ihr aufgenommen haben: Ex-Miss-Schweiz Whitney Toyloy. Bild: Keystone
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Letzte Woche erntete Carl Hirschmann im Zürcher Club «Kaufleuten» verhalten-höflichen Applaus. Sein erster Auftritt als Stand-up-Comedian ist nicht wirklich gelungen. Anlass war die Buch-Präsentation von «Weltwoche»-Prominenten-Kolumnist Mark van Huisseling (MvH).
Ein waghalsiger Schritt, sich auf diese Weise der Öffentlichkeit auszusetzen, das muss man Carl Hirschmann lassen. Er war offenbar über seinen eigenen Mut erschrocken: Mit einem Mund, der so trocken war, dass es sogar am Fernseher zu hören war sowie nervös nestelnden Händen, las Hirschmann ein paar magere Pointen vom Blatt vor seiner Nase ab: «Mark kommt aus Bern Bümpliz. Wenn jemand aus Bern ein schweizweiter Stilkritiker wird, ist das, als ob Renzo Blumenthal Brad Pitt erklären will, wie man Angelina Jolie drannimmt - schwierig».
Dieser missglückte Versuch als Komiker ist symptomatisch für die vergangenen Monate im Leben des Millionenerben.
In den Jet-Set hineingeboren
Carl Hirschmann, 28, ist der Sohn von Carl junior und Enkel von Carl Hirschmann, der vor über vierzig Jahren die Firma «Jet Aviation» gegründet hatte. Die Zürcher Familie besitzt laut «Bilanz» ein Vermögen von 900 bis 1000 Millionen, 2005 haben die Familienmitglieder rund 75 Prozent der Aktien von «Jet Aviation» verkauft für 800 Millionen.
Anstatt wie seine Vorfahren in die Flugbranche einzusteigen, versucht sich Carl Hirschmann im Unterhaltungsbusiness. Er war 2003 Party-Verantstalter im Zürcher In-Club «Kaufleuten», zerstritt sich jedoch mit den Besitzern und zog weiter. Dasselbe in Grün im noch angesagteren Zürcher Club «Indochine»: Dort möchte man laut «Weltwoche» nicht in Verbindung gebracht werden mit «dieser Person», die lebenslanges Hausverbot habe.
Erster Auftritt auf der Bildfläche
Für öffentliche Aufmerksamkeit sorgte Hirschmann erstmals 2003 mit der Behauptung, er habe Ende der 1990er-Jahre eine Affäre mit Paris Hilton gehabt. Dass sich die beiden kennen, beweisen Fotos. Aber ob tatsächlich mehr als Freundschaft dahinter steckt – Hilton selber äusserte sich natürlich nie dazu.
Nur ein Jahr später landete Hirschmann für zwei Wochen in Untersuchungshaft. Er soll Sex mit einer Minderjährigen gehabt haben. Das Mädchen war seine Freundin Bianca Gubser, 19, Tochter von Raquel Lehmann. Letztere lernte etwa zu dieser Zeit den Verleger Jürg Marquard kennen und lieben.
Die steile Karriere
Bald galten Hirschmann und die schöne Bianca Gubser, die neben der Schule als Model arbeitete, als Traumpaar der Jeunesse dorée der Zürcher Goldküste.
Marquards Kontakte und Reputation eröffneten auch seinem Schwiegersohn in spe neue Türen. Wo man ihn noch nicht kannte, wusste man spätestens, wer er ist, nachdem er im Viererpack mit Marquard, Raquel Lehmann und Bianca Gubser aufgetreten war. Und solcherlei Auftritte gab es viele.
Im Frühling 2007 eröffnete Hirschmann im obersten Stock des «Bally»-Hauses an der Zürcher Bahnhofstrasse einen Club mit Restaurant, das «Saint Germain». Mit Auftritten von internationalen Stars wie Busta Rhymes, 50 Cent, Beyoncé und Solange Knowles oder Marilyn Manson versuchte Hirschmann seinen Club als erste Adresse über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen.
Endgültig zur Schweizer Cervelat-Prominez gehörte Hirschmann, nachdem er 2008 für «Der Match», das Prominenten-Fussball-Camp des Schweizer Fernsehens, gecastet worden war. Doch auch bei VIP-Kickern hinterliess Hirschmann einen zwiespältigen Eindruck. Er eigne sich nicht für das Fussball-Camp, er sei zu wehleidig, monierten einige seiner Teamkollegen.
Angeschlagen aus dem Fussball-Camp
Tatsächlich scheint Hirschmann das Fussball-Camp angeschlagen verlassen zu haben: Kurz nach der Reality-Sendung kam die Trennung von Bianca Gubser – nach fünf Jahren Beziehung. Damit verlor Hirschmann auch die Membership im Hofstaat des Jet-Set-Verlegers Marquard.
Ein Jahr später folgt der nächste Tiefschlag im Leben des Carl Hirschmann: Im Frühling 2009 musste er ankündigen, dass er sein Restaurant «Saint Germain» schliessen muss, nur der Club soll bestehen bleiben und über die Sommerferien umgebaut werden. In ein, zwei Jahren will Hirschmann einen Nachfolger als Geschäftsleiter des Clubs aufgebaut haben. «Vielleicht kommt ein Neuer, der besser ist», sagte Hirschmann der Pendlerzeitung «20 Minuten».
Diese Selbsteinsicht hält ihn auch davon ab, sich weiterhin als Komiker zu versuchen: «Das ist mein erster und vielleicht letzter Auftritt», sagte Hirschmann letzte Woche nach van Huisselings Buch-Präsentation zu «Glanz und Gloria».
( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )