Winigers Stress

Von Simone Matthieu . Aktualisiert am 09.02.2010
Stress hat sich als Schweizer Musikgrösse etabliert. Der welsche Rapper ist heuer erneut für mehrere Swiss Music Awards nominiert. Ohne seine Frau Melanie Winiger wäre er nie so weit gekommen.
topelement Stress und seine Frau Melanie Winiger bei der Premiere des Films «Cargo». Die beiden waren sieben Jahre lang ein Paar. Bild: Keystone Mehr Bilder (11)

Brangelina (Brad Pitt und Angelina Jolie) oder Benifer (Ben Affleck und Jennifer Lopez) - wenn berühmte Paare an ihren kombinierten Vornamen erkannt werden, dann können sie sich eines grossen Prominenten-Status' rühmen.

Auch die Schweiz hat ein solches Paar. Strelanie - oder Stress und Melanie Winiger. Kein anderes helvetisches Paar bringt soviel Glamour ins biedere Schweizer Showbusiness wie die beiden. In der Recherche um Strelanies hochgeheime Hochzeit 2008 haben People-Journalisten keinen Aufwand gescheut - bis die Location gefunden und dem Volk exklusive Fotos vom schönsten Tag des Paares vorgelegt werden konnten. Ein Fall, der in der Schweiz seinesgleichen sucht.

Ein harter Rapper und eine sexy Schönheitskönigin - ein Stoff aus einem modernen Märchen. Und doch: Ohne Strelanie wäre Stress nie zu dem geworden was er heute ist.

Winiger sei dank

Bevor sich Stress und Winiger 2005 bei einem Videodreh näher kamen, kannte kaum jemand Andreas Andrekson, so Stress' bürgerlicher Name. In der Deutschschweiz schon gar nicht. In der lokalen Westschweizer Rap-Szene war die Combo Double Pact einigen ein Begriff. Stress verliess die Band 2005 nach nur zwei gemeinsamen Alben um sein Glück allein zu versuchen.

Noch im gleichen Jahr fand der Videodreh für Stress Single «Ténèbres» mit Winiger als Gangsterbraut statt. Gerüchte, zwischen den beiden habe es auf dem Set gefunkt, machten schnell die Runde. Winiger versuchte sich damals gerade ein Leben als Schauspielerin in Los Angeles aufzubauen. Neuigkeiten von der frechen Schönheitskönigin aus Übersee waren begehrt.

So kam es, dass in Winigers Fahrwasser plötzlich auch Stress interessierte. In der Deutschschweiz um ein Vielfaches mehr als in seiner Heimat ennet dem Röstigraben. Erste Gerüchte einer Liason zwischen den beiden kursierten schnell. Die Neugier auf den Mann, der das Herz der toughen Melanie erobert hatte, war grenzenlos.

Stress zog zu Winiger nach Zürich. Der wohl klügste Schachzug seiner Karriere. Denn hier wurde er mit offenen Armen empfangen. In der Deutschschweiz war Stress dank seiner Beziehung zu Winiger bereits ein Star, bevor die Deutschschweizer richtig wussten, wer Stress ist. Im Gegensatz zur Romandie, wo Stress immer noch um Anerkennung kämpfen musste, konnte er sich in der Deutschschweiz ins gemachte Nest setzen.

Die Zahlen sprechen für sich

«Billy Bear», das Album, welches Stress 2003 aufgenommen hatte, erreichte den eher bescheidenen Platz 20 der Hitparade. 2005 - als Winiger und Stress schon als Paar galten - veröffentlichte Stress «25.07.03» und erreichte damit auf Anhieb Rang 3. Der Aufstieg zu einem der funkelndsten Sterne am Schweizer Musikhimmel hatte begonnen. Seither landen Stress' Alben regelmässig ohne Umschweife auf Platz eins der Charts. Jetzt lautete die Frage nicht mehr: Welcher Hitparadenplatz, sondern: wie viel Edelmetall heimst Stress mit seinen Produkten ein. Für «Renaissance» (2007) gab es Doppel-Platin, für «Des rois, des pions et des fous» (2009) Dreifach-Platin.

Stress ist auf dem Zenit seiner Karriere angekommen. In der Schweiz ist die Suche nach seinesgleichen zurzeit offenbar dermassen ergebnislos, dass sogar die Macher der Swiss Music Awards immer wieder auf den charismatischen Rapper zurückgreifen müssen. 2008 nahm er drei Trophäen mit nach Hause. Heuer ist er wieder für zwei nominiert.

Stress weiss, wo heute sein Revier ist. Seine Tourneen bedienen die Deutschschweiz. Mit wenigen Ausnahmen: Kaum eine Handvoll Auftritte absolviert Stress in der alten Heimat. Dafür spielt er umso ausgiebiger vor seinen Deutschschweizer Fans, die ihn wegen Winiger kennen und lieben und ihn dahin brachten, wo er heute ist.

( Tagesanzeiger.ch/Newsnet )

Erstellt: 09.02.2010, 14:57 Uhr

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