Der Tod von Meredith Kercher verfolgt sie weiter: Amanda Knox in einer Archivaufnahme vom 16. September 2008. Bild: KEYSTONE/AP
Vier Monate nach dem spektakulären Freispruch der US-Studentin Amanda Knox in einem Mordprozess in Italien hat die Staatsanwaltschaft Berufung gegen das Urteil eingelegt. Er sei noch immer überzeugt, dass Knox und ihr damaliger italienischer Freund Raffaele Sollecito die Tat begangen hätten, sagte Staatsanwalt Giovanni Galati heute in Perugia. Der Freispruch der beiden im Oktober vergangenen Jahres beruhe auf «vielen Fehlern». Der Fall hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt.
Ein Berufungsgericht in Perugia sprach Knox und Sollecito im Oktober von dem Vorwurf frei, für den gewaltsamen Tod der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher im November 2007 verantwortlich zu sein.
Zweifel an DNA-Tests
Ein Gericht erster Instanz hatte es im Jahr 2009 dagegen noch als erwiesen angesehen, dass Knox und Sollecito die Britin unter Einfluss von Drogen und Alkohol getötet hatten. Die beiden wurden in erster Instanz zu 26 und 25 Jahren Haft verurteilt.
Im Berufungsverfahren äusserten unabhängige Experten jedoch ernsthafte Zweifel an den DNA-Tests, die in erster Instanz zur Verurteilung von Knox und Sollecito geführt hatten. Die beiden Angeklagten hatten stets ihre Unschuld beteuert.
Knox reiste nach ihrem Freispruch sofort in die USA zurück, eine Auslieferung zurück nach Italien muss sie nicht befürchten. Nach Angaben von Sollecitos Anwalt ist mit einer Entscheidung des Obersten Gerichts erst zum Jahresende zu rechnen.
(rub/sda)
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