Man kennt Alt-Bundesrat Christoph Blocher als Ordnungspolitiker, der gerne für ein hartes Durchgreifen des Staates plädiert. Formen zivilen Ungehorsams wie Hausbesetzungen sind nicht seine Sache. Derselbe Blocher zeigt nun aber unerwartete Sympathien gegenüber den Studierenden, die in den grossen Städten Europas und der Schweiz Hörsäle besetzen.
«Ich verstehe ihr Anliegen», erklärt er auf Teleblocher, «es freut mich, dass sie sich gegen die Bologna-Reform zur Wehr setzen». Blocher ist erstaunt, dass man an den Universitäten nicht schon viel früher gegen «diesen bildungsbürokratischen Mist» auf die Barrikaden gegangen sei. Erst jetzt würden die Studierenden merken, dass das neue Bildungssystem sie einzwänge und sie nicht mehr nebenher arbeiten könnten. Und den Professoren würde endlich klar, dass sie nicht mehr über genügend Handlungspielraum verfügten, um besondere Leistungen zu erbringen.
Blocher: Bologna führt zu Nivellierung nach unten
Dabei sei ihm schon bei der Einführung dieser geistlosen Reform klar gewesen, dass sie das kleinkarierte Denken fördern werde, so Blocher. «Doch wo waren bei der Einführung der Hochschulreform all die grossen Universitäten und deren grosse Geister?». Bologna sei eine Vereinheitlichung, und diese stelle nichts anderes dar als eine Nivellierung nach unten. Der SVPler fordert deshalb, dass die Schweiz so schnell wie möglich aus dem Bologna-Prozess aussteige.
(dvp)