Die Ankündigung Christoph Blochers, für den frei werdenden Lehrstuhl für Wirtschaftsethik an der Universität St. Gallen (HSG) zu kandidieren, ist nach Ansicht des abtretenden Professors Peter Ulrich «absurd» und kann «nicht ernstgenommen werden».
Der SVP-Strategiechef versuche, «die Wirtschaftsethik lächerlich zu machen», sagt Ulrich in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». «Blocher will damit signalisieren, Wirtschaftsethiker gäben bloss ihre politische Meinung zum Besten. Eine, die ihm offenkundig nicht passt.»
«Zwangsemeritiert»
Dabei hat Blocher mit seinen 68 Jahren ohnehin keine Chance, Ulrichs Nachfolger zu werden: «Es gibt eine Altersguillotine: Mit 65 Jahren wird man zwangsemeritiert», sagt der 61-jährige Ulrich, seit 1987 Inhaber des Lehrstuhls.
Die Polemik hatte sich an Aussagen des Vizedirektors des Instituts für Wirtschaftsethik, Ulrich Thielemann, vor einem Ausschuss des deutschen Bundestags entzündet. Thielemann hatte der Schweiz fehlendes Unrechtsbewusstsein im Zusammenhang mit dem Bankgeheimnis vorgeworfen.
(sam$/sda)