Wer einen Neuwagen kauft, der unter dem definierten zulässigen Verbrauch ist, erhält Gutschriften.
Gemäss einer Studie der Institute Metron AG und Ecoplan wäre dieses Ziel mit handelbaren Treibstoffverbrauch-Gutschriften zu erreichen.
Markt für CO2-Emissionen
Die Grundidee von handelbaren Verbrauchsgutschriften bestehe darin, dass ein Markt für das Recht auf ein definiertes Mass an CO2-Emissionen pro Fahrzeugkilometer eingerichtet werde, erklärte Peter Marti von der Metron AG.
Vom Bund wird ein bestimmter CO2 in Gramm pro Kilometer festgelegt. Dieser muss von der gesamten Neuwagenflotte im Jahresdurchschnitt eingehalten werden.
Wird dieser Ausstoss zum Beispiel auf 170 g/km angesetzt, erhält ein Käufer, dessen Auto nur 160 g/km CO2 ausstösst, 10 Gutschriften pro eingespartes Gramm. Will der Käufer aber ein Auto mit 180 g/km kaufen, so muss er für die überschrittenen 10 Gramm Gutschriften erwerben.
Bonus von 8000 Franken
Die Preise der Gutschriften hängen dabei von der Bereitschaft der Käufer ab, auf den Treibstoffverbrauch zu verzichten. Angebot und Nachfage würden demnach den Preis bestimmen, sagte Marti. Dabei würden sich die Gutschriften pro Gramm CO2 zwischen 75 und 100 Franken bewegen. Im Extremfall könnte so ein Bonus von bis zu 8000 Franken erzielt werden.
Damit das Bonus-Malus-System nicht zu zusätzlichen Autokäufen führt oder Nichtautofahrer benachteilige, werde nicht der ganze Bonus an den Käufer ausbezahlt,führte Marti aus. Ein Teil werde an die Gesamtbevölkerung zurückerstattet.
«Marginale Wirkung»
Das von der Urek vorgestellte Bonus-System bei den Motorfahrzeugsteuern schaffe falsche Anreize, kritisierte Kurt Egli, Projektleiter der VCS-Auto-Umweltliste. Kleine, relativ billige Autos würden erheblich vergünstigt. Dies schaffe einen Kaufanreiz für Leute, die ohne den Bonus gar kein Zweitauto gekauft hätten.
Auch seien die notwendigen Kosten im Vergleich zum effektiv eingesparten CO2 viel zu hoch. Die erwartete Reduktion der Bonus-Systeme der Urek betrage ab dem zehnten Jahr nach der Einführung ungefähr 200'000 Tonnen pro Jahr. Dies bei einer erforderlichen Reduktion von sieben Millionen Tonnen bis 2020, relativierte Egli.
Würden diesen Einsparungen die Kosten von jährlich gut 350 Millionen Franken gegenübergestellt, seien diese angesichts der viel zu bescheidenen bis marginalen Wirkung viel zu hoch.
Bei Modell der Umweltorganisationen rechnet Marti mit einem einmaligen Betrag von einer halben Million Franken für die Einführung des Systems. Jährlich würden dann laufende Kosten von zwei Million Franken anfallen.
In Frankreich wurde Anfang 2008 ein ähnliches System wie es die drei Organisationen vorschlagen, eingeführt. Die Resultate zeigten, dass die Konsumenten sich in die gewünschte Richung bewegten, sagte Christoph Lieb von Ecoplan.
(bru/sda)